Fachhochschule Erfurt

Startseite FHE

Seitennavigation

Springen Sie direkt zu einem der folgenden Seitenbereiche:


Auswahl Sprache, Layout und Schriftgröße


Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut

Hauptnavigation

Logo Grundzertifizierung Familiengerechte Hochschule

Geschichte und Bedeutung der mittelalterlichen Glasmalereien der Divi Blasii Kirche als Bestandteil eines sakralen Raumes im Wandel der Zeit

Projektnummer: 053401033

gefördert durch das Thüringische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Projekt
Ziel und Anlass des Vorhabens
Projektbeteiligte

Projekt:

- vergleichende Betrachtung kunst- und kulturgeschichtlicher Einflüsse im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Glasfenster, die Kirche und die Region Thüringen
- Bedeutung der Sühnethematik in der Kunst des hohen Mittelalters
- eine kunsthistorische und ikonographische Untersuchung bzw. Analyse am historischen Fensterbestand

Ort/ Objekt:
Mühlhausen/ Divi Blasii Kirche

Laufzeit:
2009 - 2010

Ziel und Anlass des Vorhabens:

Neben Erfurt mit seinen national bedeutenden Glasmalereien aus der Zeit von 1380 – 1420 im Dom ist in Thüringen die Stadt Mühlhausen mit ihrem umfangreichen mittelalterlichen Glasbestand zu nennen. Deren politischer und kultureller Einfluss prägte bereits im Mittelalter den mitteldeutschen Raum. Zu den hervorragendsten Kulturzeugnissen dieser Region gehört aufgrund ihrer hohen kulturhistorischen, kirchengeschichtlichen, baukünstlerischen und bauhistorischen Stellung die ehemalige Deutsch-Ordens-Kirche Divi Blasii. Der Sakralbau verfügt über einen qualitativ hochwertigen Bestand an mittelalterlicher Glasmalerei aus dem frühen 14. Jahrhundert. Das heutige stilistisch geschlossene Erscheinungsbild der sieben zweibahnigen Chorfenster zu je elf Zeilen ist das Ergebnis einer wechselvollen Geschichte. Allein im letzten Jahrhundert gab es mehrere belegbare kriegs- und baubedingte Ein- und Ausbauten und Restaurierungen. Im Rahmen der Restaurierungen erfolgten Umordnungen der einzelnen Bildteile/ Felder innerhalb des Zyklus bis hin zur Zusammenfassung der vorhandenen Scheiben von ursprünglichen 11 auf 7 Fenster im Hauptchor der Divi Blasii Kirche. 

Die Kunstlandschaft Thüringens und seine Kunstgeschichte im Allgemeinen sowie die Aufarbeitung der Glasmalereiwerke im Besonderen fanden in der Wissenschaft und Forschung in der Vergangenheit, gemessen an einschlägigen Publikationen zur Thematik, wenig Beachtung. Besonders in der Forschungsbilanz der letzten Jahrzehnte ist im Vergleich zu anderen Bundesländern noch immer großer Nachholbedarf zu konstatieren.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die Erforschung der Glasmalerei im deutschsprachigen Raum noch in seinen Kinderschuhen, wenn auch die Auseinandersetzung mit dem Medium Glas zum Jahrhundertanfang große Fortschritte brachte. Nach dem zweiten Weltkrieg, 1953 wurde die Erforschung dieser Kunstgattung in Deutschland und Europa stark vorangetrieben. Doch die Forschung in der ehemaligen DDR konnte davon insoweit nicht profitieren, dass grenzüberschreitende Vergleiche mit wichtigen Zentren der Glasmalerei wie Straßburg und Nürnberg waren nur noch sehr beschränkt und auf der Basis noch älterer Forschungsergebnisse möglich war, was auch die Untersuchungen zu den Mühlhäuser Fenstern in Schranken wies.

Einen elementaren Aspekt des Projektes bildet die Herausarbeitung der ursprünglichen raumbestimmenden Thematik zur Analyse des Verlustes, seiner Gründe und Ursachen sowie zur Rekonstruktion der verlorenen Felder innerhalb des Bilderzyklus in Hinblick auf eine mögliche Neuordnung mit ikonographischem Inhalt. Des Weiteren sollen die Glasfenster durch die Zusammenführung verschiedener Forschungsfelder in den Gesamtzusammenhang des Baus gestellt werden, um übergeordnete Zusammenhänge aufzuzeigen und zu einer Bewertung des Gesamtkunstwerkes beizutragen. Neben diesen Hauptthemen sind der Einfluss früherer Restaurierungen auf das Bildprogramm zu untersuchen, zudem die Zeit- und kulturgeschichtlichen Einflüsse der Region sowie des Deutschen Ordens mitsamt der Fragestellung, inwieweit die lithurgische Nutzung des Chorbereiches zu bewerten ist mit Hinblick auf die baulichen Gegebenheiten. Ebenso sind damit mögliche Zusammenhänge der historischen Innenraumgestaltung in Bezug zu den Fenstern möglich, welche letztendlich eine Konkretisierung der Datierung der Fenster ermöglichen sollen. Hierfür ist die Untersuchung der Glasmalereien direkt auch im Hinblick auf mögliche Händescheidungen, Stilausprägungen innerhalb des Fensterbestandes sowie ikonographische Inhalte des Bildprogramms zu erfassen.

Projektleitung:
Prof. Dr. S. Strobl

Projektbeteiligte:

Fakultät Bauingenieurwesen und Konservierung/ Restaurierung
Prof. Dr. phil. S. Strobl

Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut

Mag. art. Diana Joneitis, Dipl.-Rest. Manuela Görgner


© 2007

www.fh-erfurt.de/index.php?id=3283