Die Johanneskirche Saalfeld - ein Restaurierungsprojekt
BMBF-Forschungsprojekt
Projekt:
Beurteilung der Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen für die historischen Glasmalereien unter Beachtung der verschiedenen Ansprüche im Hinblick auf die spezifischen Schadbilder an spätmittelalterlichen Glasmalereien und Glasmalereien des 19. Jahrhunderts im Kontext zum vorherrschenden Kirchenklima
Projekttitel:
Interdiszilpinäre Zusammenarbeit am Beispiel des Restaurierungsprojektes Johanneskirche Saalfeld
- Erhaltung von Kunst- und Kulturgut -
Konfliktpotenial in einem der Nutzung unterliegenden Kirchenraum
Ort/ Objekt:
Saalfeld/ Johanneskirche
Laufzeit:
2004 - 2006
Ziel und Anlass des Vorhabens:
Restaurierungsmaßnahmen, wie sie die Konservierung eines kompletten Fensterbestandes einschließlich der Schutzverglasung darstellen, bedeuten einen Eingriff in eine Bausubstanz, die über viele Jahrhunderte ins Gleichgewicht gekommen ist. Nicht der Schaden im Einzelnen stellt dabei das Problem dar, sondern die Sicherung und Stabilisierung des einer Nutzung unterliegenden Bestandes, unter Berücksichtigung von einzelnen schadbegünstigenden Prozessen.
In jüngster Zeit ist aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen der Anspruch an historische Räume im Wandel. Die Anzahl der Menschen, welche sich aus Gründen der Ruhe und des Schauwertes des Raumes oder attraktiver Ausstellungs- und Konzertangebote zum Besuch entscheidet, ist um ein vielfaches höher als die Zahl der Gottesdienstteilnehmer. Dies bewirkt aber in zunehmendem Maße den Konflikt der Erhaltung von Kunst- und Kulturgut und der intensiven Nutzung des Kirchenraumes.
Eine allgemeine Lösung dieses Problems ist bisher, die Nutzung zugunsten der Erhaltung des Kunst- und Kulturgutes einzuschränken. Für Einzelstücke sind optimale Erhaltungsbedingungen unter Verwendung von Klimavitrinen möglich. Je größer aber das Einzelstück ist – im Fall der Fenster sind es einzelne Glasmalereifelder mit Fensterhöhen von ca. 13 Metern Höhe - desto komplexer werden die Einflussfaktoren und entsprechend unsicherer die Lösungsvorschläge bis hin zur Infragestellung jeglicher Kirchennutzungen.
Die Bedingungen der Nutzung in ihrer Vielschichtigkeit zu beschreiben, bedarf einer komplexen Messmethode sowie wissenschaftlicher Analysen, um daraus folgend eine geeignete Planung aufeinander abgestimmter Maßnahmen zu erstellen.
Mit diesen Schwerpunktformulierungen war ebenfalls die Konservierung und Restaurierung der Fenster sIII, sVI und nIX verbunden. Neben der umfangreichen Dokumentation bildete die Untersuchung der spätmittelalterlichen Figuren und dieser aus dem 19. Jahrhundert hinsichtlich Einordnung, der Technik und des Schadbildes einen weiteren Aspekt. Auch erfolgten die Bewertung der Malerei und Farbigkeit der Ornamentteppiche sowie ihre stilistische Einordnung.
Die restauratorischen Maßnahmen wurden im Rahmen der Erfassung von Klimadaten überprüft.
Projektbeteiligte:
Projektleitung:
Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Storm
Dipl.-Rest. Kim Kappes
Beteiligte innerhalb der Fachhochschule Erfurt:
Fachbereich Versorgungstechnik (seit 2008 Fakultät Gebäudetechnik und Informatik)
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Storm, Prof. Dr.-Ing. Holger Hahn
Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut
Ansprechpartner: Dipl.-Rest. Kim Kappes, Dipl.-Rest. Susanne Scheibner, Dipl.-Rest. Manuela Görgner, Dipl.-Ing. Marco Koth
Kooperationspartner:
Technische Universität Clausthal - Institut für nichtmetallische Werkstoffe
Ansprechpartner: Prof. Dr. habil. Gerhard Heide
Universität Hannover - Institut für technische Chemie
Ansprechpartner: Prof. Dr. Detlef Bahnemann
Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt
Ansprechpartner: Dipl.-Ing Uwe Kalisch






