Die mittelalterlichen Chorfenster der Divi Blasii Kirche Mühlhausen
DBU-Forschungsprojekt
Projekt:
Die Bildzerstörung mittelalterlicher Glasmalereien am Beispiel der Chorfenster in der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen.
Überprüfung der Nachhaltigkeit von Konservierungsmaßnahmen sowie Grundlagenermittlung und Konzepterstellung nach tief greifend geänderten Umgebungsbedingungen auf Grund restauratorischer Maßnahmen am Kirchenbau und am Kunst- und Kulturgut
Projekttitel:
Restaurierung der wertvollen mittelalterlichen, umweltgeschädigten Glasfenster der Divi Blasii Kirche in Mühlhausen unter Berücksichtigung klimatischer Faktoren
Ort/ Objekt:
Mühlhausen/ Divi Blasii Kirche
Laufzeit:
8. Februar 2007 - 15. Juni 2010
Ziel und Anlass des Vorhabens:
Entgegen der bisher vorherrschenden Meinung, dass der Erhalt korrosiv geschädigter Glasmalereien mit dem Einbau einer Schutzverglasung vor die Glasfenster gewährleistet wird, zeigt dieses aktuelle Beispiel, dass trotz der Konservierung/Restaurierung und d em Einbau einer Schutzverglasung ein dauerhafter Schutz der mittelalterlichen Glasmalereien nur in Abhängigkeit mit einer regelmäßigen Kontrolle der Umgebungsbedingungen möglich ist. Deshalb wird der Entwicklung eines speziell auf die jeweiligen Umwelt- und Umgebungsbedingungen abgestimmten Pflege- und Kontrollkonzeptes größte Bedeutung beigemessen, womit in Zukunft schnell und individuell auf den Erhalt des Bestandes eingewirkt werden kann. Im Projekt sind die Wirkungen und Folgen umweltinduzierter Faktoren auf die Chorfenster zu ermitteln, um daraus Anforderungen und Strategien der Bearbeitung zu formulieren und damit den dauerhaften Erhalt der kunst- und kulturhistorisch wertvollen Glasmalereien zu sichern. Zielführend steht die Entwicklung von Kontrollplänen und Nutzungsanforderungen für eine nachhaltige Bewahrung der Glasmalereien im Vordergrund. Für den gesamten Kirchenraum ist ein Klimatisierungskonzept zu erarbeiten, das neben den Forderungen seitens der Glasmalereien im Wesentlichen von der Wechselwirkung von Raumluft, Bauwerkshülle, Außenklima und Nutzung bestimmt sein wird. Im Ergebnis sollen die Anforderungen für die Regelung der Raumklimatisierung formuliert und die Art der technischen Unterstützung gewählt werden.
Durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Denkmalpflegern, Restauratoren, Bauverantwortlichen, Natur- und Materialwissenschaftlern, Kunsthistorikern sowie in Kooperationen mit den Hochschulen in Freiberg und Erfurt sollen die bisher durchgeführten Baumaßnahmen in und an der Divi Blasii Kirche sowie die Eingriffe in die Glasmalereisubstanz überdacht, bewertet und angepasst werden, um den mittelalterlichen Glasmalereibestand nach der Konservierung und Restaurierung weiterhin in der Kirche präsentieren zu können. Über die Gesamtzeit des Projektes werden die Klimadaten hinsichtlich der Raumluft und der Sondersituation des Chorraumes sowie an den Fenstern direkt und in Bezug zur Außenluft ermittelt. Das entwickelte Messmodell erfasst im beschriebenen Intervall die einzelnen Messdaten, womit Berechnungen, Prognosen und grafische Darstellungen zu den bisher genannten Einflüssen möglich sein werden. Die Klimamessdaten sollen offen legen, inwieweit Mängel an der Außenschutzverglasung oder am Raumklima für die fortschreitenden Schäden an den Glasmalereien verantwortlich sind. Damit werden Maßstäbe und Anforderungen für den weiteren Umgang mit den Glasmalereien festgelegt.
Projektbeteiligte:
Antragsteller:
Evangelisches Kirchspiel Mühlhausen
Ansprechperson: Pfarrer Schwarze
Projektleiterin:
Dipl.-Rest. Nicole Sterzing
Projektpartner:
Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Ansprechpartner: Dipl.-Rest. Susanne Scheibner
Kooperationspartner:
Fachhochschule Erfurt/ Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut
Ansprechperson: Dipl.-Rest. Manuela Görgner
Fachpartner:
Technische Universität Bergakademie Freiberg/ Institut für Mineralogie
Ansprechpartner: Prof. Dr. Gerhard Heide
Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung Weimar GmbH in Kooperation mit der
Technischen Universität Darmstadt/ Institut für Massivbau
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Oliver Hahn, Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht






