Duale Ausbildung nach dem Erfurter Modell
Seit dem Wintersemester 1998/99 verbindet das „Erfurter Modell“ eine Berufsausbildung mit dem Hochschulstudium zum Bachelor. Die besonderen Vorteile des Studienangebotes:
- die für eine Fachhochschulausbildung so wichtigen Praxiskenntnisse werden entscheidend vertieft,
- die Teilnehmer erwerben 2 Abschlüsse, den Gesellenbrief in dem von ihnen gewählten Ausbildungsberuf und den Bachelor im Studiengang Gebäude- und Energietechnik an der FH Erfurt..
In enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Erfurt und der Industrie- und Handelskammer Erfurt wurde an der Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik diese Möglichkeit geschaffen. Als Ausbildungsberufe stehen gegenwärtig zur Auswahl:
- Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Elektroniker für Betriebstechnik
- Informatiker für industrielle Systeme.
Durch eine optimale Abstimmung der Bildungsinhalte und der zeitlichen Abläufe ist es gelungen, die Gesamtausbildungszeit von bisher 7 Jahren auf 5 Jahre zu verkürzen. Alle erforderlichen praktischen und theoretischen Prüfungen werden nach den derzeit gültigen Prüfungsordnungen der Kammern (HWK / IHK) und der Fachhochschule durchgeführt. Nachdem die berufspraktische Ausbildung in den Unternehmen erfolgreich beendet ist, setzen die Studenten das Hauptstudium an der Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik fort. Im Bereich des Handwerks ist nach erfolgreichem Abschluss des Studiums eine Eintragung in die "Handwerksrolle" möglich.
Der Nutzen für die Ingenieure in spe liegt im Erfahren der realen betrieblichen Situation bereits während der Ausbildung und der damit verbundenen Verantwortung für die Erledigung der anfallenden Aufgaben. Für die Betriebe selbst kann die Bearbeitung wichtiger, möglicherweise sogar strategischer betrieblicher Anforderungen durch einen jungen engagierten Mitarbeiter von hohen Nutzen sein.
Die direkte Bindung an das Unternehmen und die damit verbundene Chance auf einen gesicherten Berufseinstieg wirken motivierend und spornen zu guten Leistungen im Studium an. Der besondere Vorteil einer Fachhochschulausbildung, d. h. die große Praxisnähe während des Studiums und die damit verbundene Verkürzung der Einarbeitungszeit für die Absolventen, wird in idealer Weise durch die Kombination mit der Berufsausbildung im Rahmen des „Erfurter Modells“ weiter verstärkt.
Für die Absolventen besteht die Möglichkeit, nach ihrem erfolgreichen Studium eine Ausbildereignungsprüfung abzulegen.
Die spezifischen Anforderungen an die Studienbewerber und der Inhalt des Studiums werden aus den Studien- und Prüfungsordnungen bzw. der Darstellung der Lehrgebiete ersichtlich.
Inzwischen haben mehrere Jahrgänge des Dualen Studienganges "Erfurter Modell" ihre Gesellenprüfung erfolgreich abgelegt.
Nach Aussage der Gesellenprüfungsausschüsse der Kammern gab es seit Jahren nicht mehr so gute Ausbildungsergebnisse. Die Kombination von Berufsausbildung und Fachhochschulstudium im Rahmen des "Erfurter Modells" hat sich bestens bewährt.


