Epitaph von C.E. von Knochen
aus der St. Jakobskirche in Köthen, Landkreis Köthen, Sachsen-Anhalt
Auftraggeber: ev. Kirchengemeinde St. Jakob, Köthen
Das Epitaph aus dem Jahr 1681 zum Gedenken an Christian Ernst von Knochen und seinen beiden Ehefrauen Anna Amalie und Anna Dorothea stammt aus der spätgotischen Hallenkirche St. Jakob in Köthen, Sachsen-Anhalt. Zentrales Motiv des Epitaphs ist ein steinernes, ovales Medaillon, welches von einem polychrom gefassten, hölzernen Schnitzwerk umrahmt wird. Die halb- und vollplastisch gearbeiteten Schmuckelemente, darunter zwei vollplastisch gearbeitete Skulpturen mit der Darstellung der Allegorie des „Lebens“ und des „Vater Zeit“, entsprechen in ihrer Ausgestaltung der Formensprache des Barock. Eines der Leitmotive dieser Epoche, der Vanitas Gedanke, wird nicht nur durch den Symbolgehalt der dargestellten Elemente des Epitaphs Ausdruck verliehen, sondern erfährt durch den Erhaltungszustand des Objektes eine nahezu ironische Steigerung. Aufgrund des Befalls holzzerstörender Insekten ist die Holzsubstanz stark zerstört und destabilisiert. Neben zahlreich vorhandener Ausfluglöcher und Fraßgänge charakterisiert Würfelbruch in Folge eines Braunfäulebefalls die geschädigte Holzsubstanz. Zudem weisen einige Bereiche des Objektes einen Brandschaden auf. Das Epitaph liegt in Einzelteile zerbrochen vor, da es sich aufgrund des Erhaltungszustandes im Jahr 2002 vollständig aus seiner Verankerung an der Kirchenwand gelöst hat. Dies hat des Weiteren zu Deformationen, Träger- und Fassungsverlusten geführt. Heute befindet sich lediglich die steinerne Inschriftentafel an seinem Aufhängungsort in der Kirche.
Im Anschluss an die Überführung des Objektes in die FH Erfurt bestand die primäre Aufgabe der Studierenden darin, die über 200 Fragmente photografisch zu erfassen, zu dokumentieren und weitestgehend eine Lokalisierung der ursprünglichen Position des jeweiligen Fragments in den Gesamtkontext des Objektes vorzunehmen. Im Rahmen von Praxisblöcken, Praxissemestern und Tutorien wurde und wird von den Studierenden auf der Grundlage des technologischen Befundes und des Konservierungskonzeptes die Konsolidierung des Holzträgers und der Fassung vorgenommen. Zu den Substanz erhaltenden Maßnahmen zählen die Holz- und Fassungsfestigung, die Holzergänzung und die Oberflächenreinigung. Parallel dazu erfolgen die Zusammenführung und die Verbindung einzelner Fragmente. Nach Beendigung der Konservierung und nach Wiederherstellung des Objektgefüges erfolgt die Umsetzung des Restaurierungskonzeptes, welches die Rückführung in den Kirchenraum und der damit einhergehenden Funktion des Kunstwerkes als Denkmal berücksichtigt.

