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Fachrichtung Konservierung und Restaurieung

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Das Naturwissenschaftliche Labor

Der Fachbereich verfügt über ein mit moderner Analysetechnik ausgestattetes Labor von ca. 150 m2 Grundfläche. Seine Konzeption erfolgte gemäß dem Lehrziel, die Studenten in allen wissenschaftlichen Teildisziplinen der Restaurierung so gründlich wie möglich auszubilden. Die Naturwissenschaften spielen in der Restaurierung eine zunehmend wichtige, unverzichtbare Rolle. Für den angehenden Restaurator ist es unerläßlich, sich neben einer guten Kenntnis der zu verwendenden Materialien und Stoffe auch Wissen über deren Reaktionsmechanismen, Verhalten untereinander, klimatischen und umweltbedingten Abhängigkeiten, Substitutions- und Modifizierbarkeiten oder Alterungserscheinungen anzueignen. Diese breite Palette schließt die naturwissenschaftliche Bewertung historischer Herstellungstechnologien und geplanter Konservierungs- und Restaurierungsabläufe mit ein.Die verschiedenen Teildisziplinen greifen in sehr komplexer Weise ineinander, unabhängig davon, um welche Fragestellungen an den Naturwissenschaftler es sich konkret handelt, z.B. hinsichtlich der Reinigung und Festigung von Farbschichten oder der Beurteilung von Schadzuständen durch biologischen Befall oder hinsichtlich der zweckmäßigsten Probenahme für Materialanalysen.

Die Ausbildung der Studierenden im naturwissenschaftlichen Bereich differenziert sich im BA und MA-Studium. Während in ersterem hauptsächlich Grundlagen vermittelt werden, liegt in letzterem der Schwerpunkt weitgehend auf praktischen Untersuchungsaufgaben, welche die Studierenden zu einem großen Anteil selbständig lösen sollen. So stehen im BA im Fach naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden unter anderen ein Pigment- und ein Lösungsmittelpraktikum auf dem Plan. Gleiche Bedeutung kommt den verschiedensten Bindemitteln, Kunst- und Klebstoffen zu, ob zum Anrühren von Farbpigmenten, zum Festigen, Kleben, Kitten, Hinterspritzen anderer Materialien oder als Schutzüberzug. Entscheidend ist, daß bei ihrer Ver- und Bearbeitung die jeweils richtigen Verdünnungs- und Lösungsmittel zum Einsatz kommen, welche das Kunstwerk nicht gefährden. Mit all diesen wichtigen Sachverhalten werden die Studierenden im Laufe ihres Studiums vertraut gemacht und erhalten dafür die notwendige Betreuung im naturwissenschaftlichen Labor. Die Untersuchungsaufgaben im MA haben in der Regel einen höheren Schwierigkeitsgrad und eine größere Komplexität als im Grundlagenstudium. Auf die Zusammenarbeit zwischen Restaurator und Naturwissenschaftler wird dabei größter Wert gelegt. Nur dadurch lassen sich optimale Ergebnisse im Interesse der Kunstwerke erreichen. Belohnt wird die mühselige naturwissenschaftliche Betätigung beim Identifizieren unbekannter Materialien vor allem durch die Freude an gewonnenen Resultaten. Die gewachsenen Fähigkeiten der höheren Semester bei der Lösung gestellter Aufgaben zeigen sich auch im naturwissenschaftlichen Herangehen an diese. Nicht zuletzt sprechen dafür die zumeist guten Resultate der Studierenden beim Absolvieren der naturwissenschaftlichen Belegarbeiten zu einem individuell ausgewählten Thema im 7. - 10. Semester. Die kritische Auseinander-setzung mit naturwissenschaftli-chen Problemen und ihrer Lösung ist ein wesentliches Kriterium beim Erarbeiten eines erfolgreichen Restaurierungskonzeptes. Die weitgehend selbständige Durchführung dieser schwierigen Aufgabe während der BA und MA-Arbeit stellt den Höhepunkt der naturwissenschaftlichen Ausbildung im Studium dar. Über die genannten Aufgaben hinaus ist das Labor Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung innerhalb des Fachbereiches und der Hochschule sowie Partner der Denkmalämter, Restauratorenverbände, musealer und kirchlicher Einrichtungen, freischaffender Restauratoren u.a.m.

Aufgabenschwerpunkte

  • Pigmentanalyse
  • Bindemittelanalyse
  • Charakterisierung historischer und neuzeitlicher Materialien
  • Technologieerprobung
  • Schadensuntersuchung
  • Klimaanalyse
  • photographische Spezialverfahren (UV-Fluoreszenzreflektographie, Infrarotreflektographie)

Ausstattung

  • naßchemischer Arbeitsplatz
  • mikrochemische Arbeitsplätze
  • Mikroskopiearbeitsplätze mit Auflicht-, Durchlicht-, Polarisations- u. Fluoreszenzmikroskopie
  • mikroskopische Fotoaufnahme- und Bildbearbeitungstechnik
  • Präparations-, Schneide-, Dünnschliff- und Polierarbeitsplatz
  • Fourier-Transform-Infrarotspektrometer mit Mikroskop
  • UV/VIS-Spektrometer
  • Röntgenfluoreszenzspektrometer
  • Pyrolyse-GC/MS
  • Arbeitsplatz für Dünnschichtchromatographie
  • Mikroklimameßeinrichtung

Lehrangebote

  • Chemie
  • Physik
  • naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden
  • Mineralogie
  • Klimatologie
  • Mikrobiologie
  • Photographie
  • Computertechnik
  • naturwiss. Betreuung v. Praxissemester-, Beleg- und BA/MA-Arbeiten

Kooperation mit Laboren anderer Fachbereiche der FH

  • Bauingenieurwesen (Baustoffprüfung)
  • Gartenbau Mikrobiologie)
  • Gebäudetechnik und Informatik (Klima)
  • Landschaftsarchitektur (Klima)
  • Architektur (Photographie)

Forschungsprojekte

  • Anwendung physiko-chemischer Untersuchungsverfahren
  • DBU-Verbundprojekt, Untersuchung der Außenwandmalerei, Kirche Jena Lichtenhain


Prof. Dr. Meinhard Landmann


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