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Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Erfolgreich: Mathe langsam oder schnell

19.02.2014

Von: Prof. Dr. H. Haenes

Mathematik-Dozenten

Foto (Dr. S. Rödiger): Prof. Dr. Sergey Dashkovskiy (li.) und Dipl.-Math. Bernd Nieberding

Eine große Herausforderung für alle Lehrenden: Die Studienanfänger sind zunehmend heterogen. Die Lösung ist oft eine Orientierung am mittleren Niveau ohne Berücksichtigung individueller Voraussetzungen. Deshalb wurde in der Fachrichtung Bauingenieurwesen der FH Erfurt erstmals im Wintersemester 2013/14 der Mathematikunterricht in zwei Tempi konzipiert. Der Erfolg bestätigt die Idee: Mehr als vier Fünftel der Studierenden bestanden im Februar die erste Mathematik- Klausur und der Notendurchschnitt ist deutlich besser als in den Vorjahren.

Was wurde gemacht? Der gleiche Inhalt der Lehrveranstaltung wurde in zwei und alternativ in vier Stunden angeboten. Die Studierenden entschieden sich selbstständig und zeitlich flexibel bzw. erhielten eine Empfehlung des Dozenten, welches Tempo besser zu ihnen passt. So konnten sie den Stoff detailliert durchgehen und/oder bei Bedarf Vorkenntnisse auffrischen. Eine derartige äußere Differenzierung ist in Deutschland ein Novum. Der Mathematikunterricht wurde zusätzlich durch Bearbeitung von Hausaufgaben gestärkt, die wöchentlich korrigiert und besprochen wurden.

Begleitend gab es ein Mentorenprogramm mit Patenschaften höherer Semester für Erstsemester, um parallel zu den Fachkompetenzen die personalen Kompetenzen (Sozialkompetenz, Selbständigkeit) der jungen Studierenden zu fördern. Die Paten wurden professionell auf ihre Arbeit (Kommunikationsfähigkeit, Führungsfähigkeit usw.) durch die Lehrkräfte der Basic School vorbereitet.

Mit dem Zentrum für Qualität wurde ein Fragebogen entwickelt und das Projekt evaluiert. Über die ersten Erfahrungen freuen sich Projektleiter Prof. Dr. Sergey Dashkovskiy und sein Mitarbeiter Dipl.-Math. Bernd Nieberding sehr. 100 % (!) der Studierenden fanden das Projekt sehr hilfreich und wünschen sich dessen Fortsetzung. Eine besonders hohe Teilnahme an der Klausur bestätigt, dass die Studierenden sich gut vorbereitet füllten. Die Klausurergebnisse bestätigen diese Gefühle, denn 83% der Teilnehmerinnen haben die Klausur bestanden, außerdem sind die Noten insgesamt we-sentlich besser als in Vorjahren ausgefallen. Die Durchschnittsnote hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 3,63 auf 3,17 verbessert.

Auch Studiendekan Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Fischer freut sich über das gelungene Experiment und bedankt sich bei dem Projektleiter für den Erfolg und bei der Hochschulleitung für die finanzielle Unterstützung. Das Projekt wird fortgesetzt, d.h. auch den Studienanfängern im Wintersemester 2014/15 wird der Mathematikunterricht wieder in zwei Tempi angeboten.

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