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POSTMARXISMUS UND PERFORMANCE

13.06.2018

Von: Carmen Voigt (Universität Erfurt)

Prof. Dr. Amalia Barboza hält Vortrag zur Ringvorlesung von Fachhochschule und Universität Erfurt

„Postmarxismus und Performance – eine lateinamerikanische Perspektive“ ist das Thema des nächsten Vortrags der gemeinsamen Ringvorlesung von Fachhochschule und Universität Erfurt zum 200. Geburtstag von Karl Marx. Referentin ist die Soziologin und Künstlerin Amalia Barboza. Sie ist Juniorprofessorin für Theorien und Methoden der Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Ihr Vortrag am kommenden Dienstag, 19. Juni, beginnt um 18 Uhr im Rathausfestsaal. Der Eintritt ist frei.

Karl Marx suchte eine Wissenschaft, die die Wirklichkeit nicht nur analysiert, sondern auch hinterfragt und in der Lage ist, diese zu verändern. Die Möglichkeit der Veränderung bestand für ihn hauptsächlich in einer Form: der Revolution. Dieser Appell zum Aktivismus und zur Revolution, der im Marxismus hauptsächlich im kommunistischen Manifest reflektiert wird, ist mit verschiedenen Aspekten bzw. Bedingungen verbunden und viel diskutiert worden. Amalia Barboza wird in ihrem Vortrag jedoch nicht direkt daran anknüpfen, sie interessiert eher ein anderer Aspekt, der bislnag wenig Beachtung gefunden hat: nämlich, die Form und die Performance zu reflektieren, die ein solcher Aktivismus annehmen soll. Die Hauptform ist die Revolution: Aber wie findet diese statt, räumlich und performativ? Gibt es bei Marx Variationen oder betrachtete er nur eine Form? Und gibt es vielleicht auch weitere Formen des Aktivismus, außer der Revolution, die von Marx nicht bedacht waren, die aber von marxistischen Denkern reflektiert wurden?

Die Referentin spricht in ihrem Vortrag zunächst kurz über einige Variationen des Aktivismus: bei Marx und bei anderen Marxisten der ersten und zweiten Internationale. Danach wird sie auf die Analyse von Ernesto Laclau und Chantal Munsch beziehen um zu zeigen, wie in Lateinamerika die Aktivismusformen in einer Vielfalt an Varianten gedacht wurde. Und das nicht nur in der theoretischen Reflexion, sondern auch in der politischen Praxis und vor allem in der Praxis von vielen Künstlern, die in Form von Performances eine Möglichkeit sahen, über Varianten des Aktivismus zu reflektieren.

Amalia Barboza: „Ich glaube, dass die marxistische Theorie, sehr viel aus einem Dialog mit den performativen Künsten lernen könnte, um viel komplexer über Formen des Aktivismus nachzudenken. Formen, die zentral sein könnten, nicht nur um die marxistische Theorie anders, visuell und performativ zu verstehen, sondern auch um den Aktivismus-Anspruch des Marxismus in einer Vielfalt an expressiven Möglichkeiten zu denken.“

In der nächsten Veranstaltung am 26. Juni geht es um das Thema „Von Karl zu Carl? Die Frage der Politik bei Marx und im Postmarxismus“. Referent ist Dr. Ingo Elbe von der Universität Oldenburg.

Weitere Informationen zur Ringvorlesung unter: www.fh-erfurt.de/ringvorlesung

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