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Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Hitzeprojekt startet mit dem Westhangfest in die zweite Runde

12.06.2019

Von: Jana Hoffmann (Landeshauptstadt Dresden)

Forschungsprojekt "HeatResilientCity" befragt Dresdner*innen

Die Gorbitzer Bevölkerung wird am Sonntag zum zweiten Mal zum Thema Hitze befragt. Zum Gorbitzer Westhangfest am 16. Juni starten die Forschenden des Projekts Hitzeangepasste Stadt (HeatResilientCity, kurz HRC) die Folgebefragung nach der ersten Runde im Sommer 2018. Die damals gewonnenen Ergebnisse sollen nun konkretisiert und mit Maßnahmen untermauert werden. Die aktuell hochsommerlichen Temperaturen sind dabei gute Voraussetzungen für das Forschungsteam.

Letzten Sommer wurden knapp 180 Menschen aus Gorbitz befragt, wie sie ihre Wohnsituation bei heißen Außentemperaturen einschätzen. Die Teilnehmenden konnten auch schon erste Ideen zum praktischen Umgang mit Hitze einbringen. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie anhaltende hohe sommerliche Temperaturen in ihrem direkten Wohnumfeld in Dresden Gorbitz als belastend empfinden. Etwa 70 Prozent der Befragten beklagten, dass sie an heißen Tagen oft oder manchmal unter Schlafstörungen leiden. Auch Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen beeinträchtigen die Leute.

„Um die Hitzebelastung im Sommer zu verringern, wünscht sich der Großteil der Befragten vor allem beschattete Haltestellen und Gehwege, Sitzgelegenheiten im Schatten und Trinkbrunnen sowie einen klimatisierten ÖPNV“, erläutert Professorin Heidi Sinning vom Befragungsteam des Instituts für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP).

Auf dem diesjährigen Westhangfest werden die Gorbitzerinnen und Gorbitzer konkreter befragt. Anhand eines Maßnahmen-Glücksrades sollen die Wünsche für besseres Leben bei Hitze in Dresden Gorbitz genau verortet werden. Wo genau wünschen sich die Menschen mehr Bäume? Wo sollen mehr Sitzbänke im Schatten aufgestellt werden? Wo sollen Freiflächen aufgewertet werden, um diese besser nutzen zu können?

Die Vorschläge werden anschließend vom Forschungsteam hinsichtlich der Wirksamkeit und Umsetzbarkeit geprüft und sollen möglichst bis Projektende im September 2020 realisiert werden. Parallel ermittelt das Projektteam die Akzeptanz der Maßnahmen bei der Bevölkerung und wie zufrieden die Menschen mit den Veränderungen sind.

Neben den Anpassungen an Hitze im Freiraum stehen auch die Gorbitzer Wohnhäuser im Fokus. Mit Hilfe von Temperaturmessungen im Gebäudeinneren und an der Gebäudefassade sowie anhand eines Gebäudesimulationsprogrammes haben die Forschenden einzelne hitzemindernde Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit geprüft. Gemeinsam mit der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung hat das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden Maßnahmen erarbeitet, die zu einer spürbar verminderten Hitzebelastung im Innenraum führen sollen. Im Zuge der aktuellen Sanierungsarbeiten an drei Hochhäusern am Leutewitzer Ring werden auf dieser Grundlage außenliegende Rollläden und Fenster mit Außenluftdurchlasselementen verbaut. Zusätzlich werden Materialien mit einer hohen Wärmespeicherfähigkeit bei gleichzeitig hoher Dämmwirkung im Dachbereich verwendet. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll eine zweite Messung erfolgen, um die Wirkung der Anpassungsmaßnahmen zu prüfen.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt im Allgemeinen sowie der Ergebnisbericht zum ersten Befragungszyklus stehen unter http://heatresilientcity.de.

Hintergrund
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „HeatResilientCity“ (Hitzeresiliente Stadt- und Quartiersentwicklung in Großstädten am Beispiel von Dresden und Erfurt) als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“. Für die Laufzeit bis Herbst 2020 erhalten die Projektpartner insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Wissenschaftliche Partner sind das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung Dresden, das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP), das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Praxispartner sind das Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt, das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden sowie die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden.

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