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Wohnen nach der Flucht?
Integration von Geflüchteten und Rom*nija in städtische Wohnungsmärkte und Quartiere

28. März 2019 | Fachhochschule Erfurt

 

Flucht, Zuwanderung und Migration sind Teil des gegenwärtigen Wandels städtischer Quartiere. Auf dem Wohnungsmarkt konkurrieren EU-Zuwanderer*innen, z.B. Rom*nija, und Geflüchtete oft mit anderen sozio-ökonomisch schwächer gestellten Bevölkerungsgruppen um ohnehin zu wenig verfügbaren bezahlbarem Wohnraum. Neben den wohnungspolitischen Rahmenbedingungen sind es vor allem die prekären Einkommensverhältnisse, unzureichende Alphabetisierung, fehlende Deutschkenntnisse und Stigmatisierungen, die den Zugang zum Wohnungsmarkt für besonders benachteiligte Gruppen (v.a. Geflüchtete und Rom*nija) in besonderer Weise erschweren. Die vermehrte Zuwanderung, v.a. seit dem Jahr 2015, stellt Städte und Gemeinden daher vor die Herausforderung, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft nachhaltige Konzepte zur Wohnraumversorgung und Maßnahmen zur Förderung der Nachbarschaft sowie zur Integration ins Quartier zu entwickeln und umzusetzen. Geflüchtete und benachteiligte EU-Zuwanderer*innen benötigen aufgeschlossene Vermieter*innen und eine Stadtentwicklungspolitik, die ihnen durch den Zugang zu Wohnraum gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten eröffnen. Der Wohnraum und dessen Umfeld (Quartier und Stadt) sind der Ausgangspunkt, von dem aus sich die Betroffenen anderen Herausforderungen des Integrationsprozesses, z.B. Spracherwerb, Arbeit, Bildung oder soziale Netzwerke, stellen können.

Die Fachtagung präsentierte Forschungsergebnisse aus zwei innovativen Fallbeispielen, dem „Probewohnen“ in Lübeck und dem Projekt „Bunte 111“ in Berlin, die im Rahmen des BMBF-Projekts „StraInWo – Strategien und Instrumente zur Integration von besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den Wohnungsmarkt und im Quartier“ eingehend untersucht wurden. Unter Mitwirkung von Akteuren und Partner*innen beider Fallstudien bot die Fachtagung die Möglichkeit, Ergebnisse, offene Forschungsfragen, konkrete Praxisbeispiele und Handlungsstrategien mit Interessierten aus Wissenschaft und Praxis zu auszustauschen und weiterzuentwickeln.

Ergebnisse:
Neben der Präsentation zentraler Forschungsergebnisse boten vier Foren, anhand von Impulsvorträgen konkrete Problemstellungen, Lösungsstrategien und Verstetigungsperspektiven zu den folgenden Themen zu diskutieren:

 

Forum 1: Begegnung, Toleranz und Konflikt: Quartier und Nachbarschaft als integrierende Orte?                  

Mit den Teilnehmenden wurden in diesem Forum Fragen nach der Förderung sozikultureller Vielfalt durch verschiedene Quartiersakteure diskutiert, Strategien zur Förderung von Begegnungsorten erörtert und potenzielle Konfliktlinien in städtischen Quartieren identifiziert.

Forum 2: Benachteiligung und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt: Welche Muster sind erkennbar und wie lassen sie sich vermeiden?

Schwerpunkt dieses Forums bildete die Frage zur Diskriminierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen auf dem Wohnungsmarkt. Dazu  diskutierten die Teilnehmenden, wie sich diese manifestieren und welche Prozesse sowie Akteure diskriminierende Handlungspraktiken erzeugen. Im Ergebnis arbeitete das Forum Handlungsempfehlungen für Kommunen, Wohnungsunternehmen und Zivilgesellschaft heraus, die zur Unterstützung der Integration in den Wohnungsmarkt beitragen können.

Forum 3: Ökonomische Perspektiven: Was kostet (Des-)Integration auf dem Wohnungsmarkt?

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Integrationsmaßnahmen und die Kosten der gesellschaftlichen Nicht-Integration für Kommunen und Wohnungsunternehmen stand im Mittelpunkt der Erörterung in diesem Forum. Zudem setzen sich die Teilnehmendenen mit den sozialen und politischen Effekten auseinander, welche integrationsfördernde (Wohn-)Projekte für Geflüchtete und Rom*nija für Städte und kommunale Wohnungsbauunternehmen hervorrufen können.

Forum 4: Qualitäten reflektieren und verstetigen: Kultur- und fluchtsensible Transformation durch Netzwerk- und Projektarbeit?

Dieses Forum befasste sich mit den Potenzialen zur Evaluation von Netzwerk- und Projektarbeiten sowie mit den Voraussetzungen, die es für eine Reflexion bedarf. Hemmende Faktoren hinsichtlich der Handlungsspielräume verschiedener Akteure standen dabei besonders Fokus der Diskussion dieses Forums. Schließlich konnten Strategien zur Verstetigung einer kultur- und fluchtsensiblen Transformation stätischer Quartiere durch Netzwerk- und Projektarbeit identifiziert werden.

Erfolgsfaktoren: Integration von Geflüchteten und Rom*nija in städtische Wohnungsmärkte

Am Ende der Fachtagung konnten die Teilnehmenden interaktiv online an einer Umfrage mit Hilfe eines Mentimeters teilnehmen (s. Abbildung). Die Abstimmung erfolgte anonym und mittels eines internetfähigen Geräts. Im Rahmen der Fachtagung konnten die Teilnehmenden selbstständig drei Begriffe angeben, die für sie am wichtigsten sind, damit eine „Integration von Geflüchteten und Rom*nija in städtische Wohnungsmärkte und Quartiere“ gelingen kann. Die genannten Begriffe wurden im Laufe der Abstimmung an eine Leinwand projiziert, wobei die am Häufigsten genannten Begriffe im Zentrum der Abbildung am größten erschienen.
Die wichtigsten Begriffe für die Teilnehmenden waren: Begegnung, Toleranz, Politischer Wille, Empathie, guter Betreuungsschlüssel sowie Chefsache.

Erfolgsfaktoren für die Integration von Geflüchteten und Rom*nija in städtische Wohnungsmärkte (Quelle: ISP 2019)

Wesentliche Ergebnisse des der Fachtagung zugrunde liegenden Forschungsprojekts - angereichert durch zahlreiche Fachbeiträge auch externer Autor*innen – sind in der folgenden Publikation dokumentiert:

Breckner, Ingrid, Sinning, Heidi (Hrsg.) 2021: Wohnen nach der Flucht. Integration von Geflüchteten und Roma in städtische Wohnungsmärkte und Quartiere, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden (im Erscheinen). mehr zum Titel

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