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proTUL -  Institut für Produktion, Transport, Umschlagen und Lagern

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Erfahrungsbericht 2006/07

Im Wintersemester 2006/07 haben vier Studierende des Fachbereichs Verkehrs- und Transportwesen der FH Erfurt einen zwischen der renommierten Tongji Universität Shanghai und der FH Erfurt abgeschlossenen Kooperationsvertrag mit Leben erfüllt. Somit waren dies die ersten Studierenden, die im Rahmen einer vereinbarten Zusammenarbeit des Institutes proTUL unter Leitung von Prof. Prof. mult. h.c. Michael H. Wagner und der School of Economics and Management in Shanghai, die die Brücke von Erfurt in das zukunftsträchtige China schlugen.

Die Tongji Universität das erste Mal betretend, sahen sich die vier Neuankömmlinge mit einem Campus konfrontiert, dessen Dimensionen sie mehr als beeindruckte. Da einem zukünftigen Logistiker aber keine Entfernung zu groß ist, haben sich die Erfurter Fahrräder zugelegt, um sich nicht nur auf dem Campus, sondern auch in der näheren, verkehrlich nicht gerade ruhigen Umgebung schnell fortzubewegen zu können. Nicht weniger faszinierend präsentierte sich der Rest der boomenden 20 Millionen Metropole. Sich an das quirlige Leben, die neue Sprache und die verschiedenen Mentalitäten zu gewöhnen stellte durchaus eine Herausforderung da, deren Bewältigung jedoch mehr Freude als Mühe bereitete. Auch kulinarisch taten sich gewisse Unterschiede zur Heimat auf – wegen des hervorragenden Geschmackes der dortigen Speisen wurden diese jedoch überaus wohlwollend in Kauf genommen.

Das Hauptaugenmerk des Studiums lag auf dem Erlernen der chinesischen Sprache, sowie wirtschaftlichen Fächern. Das Chinesischseminar bestand aus einem für internationale Studierende speziell organisiertem Unterricht, bei dem der Schwerpunkt neben dem Zurechtkommen in chinesischen Alltagssituationen auch auf den Bereich Wirtschaft gelenkt wurde. Die wirtschaftlichen Fächer untergliederten sich in Internationale Wirtschaftsbeziehungen und unternehmerisches Finanzwesen. Ebenso wurde im Interkulturellen Management die Fertigkeit an die Studierenden herangetragen, sich im späteren Geschäftsleben möglichst opportun zwischen den Kulturen zu bewegen.

Des Weiteren wurde ein speziell für die Erfurter angepasstes Logistikseminar von Prof. Huo, dem dortigen Dean der Graduate School, initiiert. In dem interkulturellen Seminar wurden sowohl von deutscher als auch chinesischer Seite die besonderen Eigenheiten der Logistik beleuchtet. So wurde von den Shanghaier Studenten mittels einer Materialflusssimulation die effiziente Steuerung der Lkw Rundläufe im Werksverkehr eines großen chinesischen Stahlunternehmens erarbeitet, während sich die Erfurter auf die theoretischen Grundlagen eines optimalen Supply Chain Management konzentrierten.

Neben dem Studium erarbeiteten sich die Studierenden durch ein Praktikum vor Ort noch tiefer greifende Eindrücke in die chinesische Wirtschaft. Die Erfurter waren in die Logistikabteilung eines deutschen Industrieunternehmens eingebunden, wo sie in ein Projekt zur Neukonzipierung des Materialflusses im Rahmen der Kapazitätserweiterung der Produktion integriert waren. Auf diese Weise konnte sowohl das theoretisch angeeignete Wissen mit dem Praktischen verbunden werden, als auch die Englische und Chinesische Sprache verfeinert werden.

Darüber hinaus rundeten selbst organisierte Exkursionen zu zahlreichen Betrieben sowie zu Fachmessen, wie insbesondere der Transport Logistic China, welche im Zweijahresrhythmus ergänzend zu ihrem Münchner Pondon in Shanghai stattfindet, das intensive Studienprogramm ab. Dadurch gewann die Gruppe einen intensiven Einblick in die chinesische Wirtschaft.

Neben der fachlichen Weiterbildung legte die Quadriga auch Wert darauf, die spezielle Kultur des chinesischen Volkes näher kennen zu lernen. Besonders eine Wochenendreise ins nahe gelegene Hangzhou offenbarte eine enorme Vielfalt an historischen Bauwerken und imposanten Parkanlagen, nicht zu vergessen der überaus berühmte dortige Westsee. Obgleich sehr traditionsgebunden mangelt es in Hangzhou nicht an Anknüpfungspunkten zur Moderne – wie in Shanghai haben sich auch hier zahlreiche westliche Firmen für einen Standort entschieden.

Insgesamt können die Studierenden auf eine unglaublich ereignisreiche Zeit zurückblicken. Das Zurechkommen in dem im Vergleich zu Europa komplett anderen Kulturkreis ermöglichte eine Erweiterung des eigenen Horizontes sowie ein weitaus höheres Maß an Weltoffenheit – nicht nur für das spätere Berufsleben, sondern insbesondere für die Persönlichkeit jedes Einzelnen war dieses Semester eine enorme Bereicherung.

Auch für die FH Erfurt ergibt sich durch diese Auslandsbeziehung, die aufgrund des langjährigen Engagements von Herrn Prof. Wagner entscheidend beeinflusst wurde und den Studierendenaustausch ermöglicht hat, die Chance zu Ausbau und Festigung der internationalen Kontakte. So sind bereits die ersten Studierenden aus China ins ferne Erfurt aufgebrochen, um hier ihre Doktorarbeit zu verfassen.

 

 

Verfasser:

 

Johannes Buchmann

Tobias Fenzl

Bernhard Schmidl

Anja Siegfried


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