Startseite FHE

Seitennavigation

Springen Sie direkt zu einem der folgenden Seitenbereiche:


Auswahl Sprache, Layout und Schriftgröße


{$bild_alttext_eng}

Hauptnavigation


Bergwerkshumpen (Halberstadt, Städtisches Museum)

Glashumpen mit Bergwerksdarstellungen (Halberstadt, 1579): Wissenschaftliche Aufarbeitung und Konservierung/Restaurierung

Das unmittelbare, etwa 2 ha große Zentrum des im nördlichen Harzvorland gelegenen Halberstadt wurde in den Jahren 1992 bis 1998 in Vorbereitung einer großflächigen Neubebauung umfassend archäologisch untersucht. Die Neubebauung nahm den historischen Verlauf der am Ende des II. Weltkriegs komplett zerstörten, in diesem Bereich teilweise noch bis in die Gotik zurückreichenden Bebauung auf (Abb. 1 bis 3, Hoher Weg 1880/90, 1952 und ca. 1978). So bilden sich heute wieder die beiden alten Märkte und deren Zugänge vor und hinter dem neu entstandenen Rathaus im Stadtbild ab (Abb. 4, Hoher Weg 2013).

Aus der Masse der Funde ragen einige seltene, wie eine Glockengussanlage des 14. Jahrhunderts, sehr aufschlussreiche, wie ein Keller mit datierbaren Speiseabfällen oder kunsthistorisch interessante Stücke, wie ein Bergmannshumpen, heraus. Dessen Fragmente wurden am 3. Mai 1994 bei Grabungen am unmittelbar an die Märkte angrenzenden Hohen Weg in einer neuzeitlichen Siedlungs-Abfallgrube geborgen. Er entspricht den für das 16. Jahrhundert in dieser Größe üblichen Dimensionen solcher Trinkgläser (Höhe 26 cm). Eher unüblich ist die Darstellung auf dem Humpen, der mehrere Bergwerksszenen zeigt (Abb. 5 bis 7) und darauf hinweist, dass der ursprüngliche Besitzer trotz Verortung in Halberstadt eine besondere Beziehung zum Bergbau, der allerdings im nahen Harz Jahrhunderte lang ein wichtiger Faktor war, gehabt haben muss.

Der Humpen ist inschriftlich auf das Jahr 1579 datiert, womit er in Deutschland zu den ältesten bisher bekannt gewordenen bergmännischen Glashumpen zählt, wie  seinerzeit in der Bochumer Fachausstellung von 2004, „Bergwerke auf Glas“, festgestellt worden ist. Daher stellt das Stück für Halberstadt, das Städtische Museum und sicher auch darüber hinaus, ein besonderes Dokument dar.

Die stark korrodierten Fragmente wurden direkt nach der Auffindung noch vor Ort von Restauratoren zusammengesetzt, der Humpen sodann in das Städtische Museum verbracht, wo er mit Ausnahme der Dauer der Ausstellung in Bochum, die den Humpen mit zu ihren besonderen Exponaten zählte, in einer Vitrine zu sehen war.

Der fragmentarische Erhaltungszustand machte eine erneute Restaurierung unumgänglich. Zu diesem Zweck wurde der Humpen 2013 in die Werkstätten der FR Konservierung und Restaurierung nach Erfurt gebracht, wo er derzeit wissenschaftlich untersucht wird. In aller Wahrscheinlichkeit wird der Humpen nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung Gegenstand einer Master-Thesis werden, die 2014 abgeschlossen werden soll und sowohl eine kunsthistorische Aufarbeitung, die Erstellung einer Maßnahmenkonzeption als auch die Durchführung der Konservierung- und Restaurierungsarbeiten beinhalten wird.

Literatur: Slotta, R. Just, C., Just, R. and Rohr, A. von (2003). Bergwerke auf Glas. Kostbarkeiten (nicht nur) für Kaiser und Edelleute. Ausstellungskatalog, Deutsches Bergbau-Museum Bochum, pp. 305-308.

01.jpg
02.jpg
03.jpg
04.jpg
05.jpg
06.jpg
07.jpg
08.jpg

1 up to 8 within 8


© 2007-2015

www.fh-erfurt.de/kr/index.php?id=546

 

OK

Hinweis
Diese Website verwendet (essentielle) Cookies. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung