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Wandmalerei und Architekturfassung

Blick in die Werkstatt

Altsteinzeitliche Höhlenmalereien gelten als die frühesten und meist beeindruckenden Beispiele für den Versuch des Menschen, ein von ihm genutztes Milieu malerisch zu gestalten. Seit jenen Zeiten ist es in vielen Kulturen Tradition geworden, das häusliche Ambiente, die Orte des Kultes sowie des öffentlichen und politischen Lebens zu verzieren. Hierbei reicht die Palette von der künstlerisch-exzellenten Wandmalerei bis zum handwerklich-schlichten Anstrich. Sie sind Ausdruck u.a. persönlichen Stils, lokaler Tradition, kulturellen Anspruchs, sozialer Zugehörigkeit und natürlich auch funktionaler Erwägungen.

Während architekturgebundene Verzierungen und Fassungen hinsichtlich ihrer künstlerische Qualität häufig geringer eingestuft werden als Wandmalereien, besteht unter material- und ausführungstechnischem Aspekt kein so deutlicher Unterschied: Die Techniken – Fresko, Tempera, Sgraffito, Stucco etc. – sind dieselben. Und noch etwas vereint Kunstwerk und kunsthandwerkliches Produkt: Als vom Menschen gestaltete Materie unterliegen beide den thermodynamischen Prozessen. Ihre Materie erfährt eine langsame Umformung und letztendlich ihre Zerstörung. Das Ziel der Konservierung und Restaurierung kann daher nur das Verlangsamen dieses natürlichen Zerstörungsverlaufs sein.

Wandmalerei und Architekturfassung am FB Konservierung und Restaurierung

Die Vielzahl der Materialien und Techniken, in denen Wandmalereien und Architekturfassungen im Laufe der Zeit ausgeführt wurden, legt es nahe, Schwerpunkte zu setzen. In der Tat steht Europa mit seinen Wandmalereien und Architekturfassungen im Mittelpunkt (auch wenn sich der Fachbereich bereits seit Jahren bei der Konservierung/Restaurierung von Wandmalereien in Tibetanischen Tempeln engagiert). Anhand historischer Quellen, naturwissenschaftlicher Untersuchungen sowie entsprechenden Abbildungsmaterials wird Einblick in die Geschichte der künstlerischen Techniken, lokaler und zeitlicher Besonderheiten etc. gegeben. Dies gilt freilich auch für die spezifischen Schadensprozesse und Schadensbilder sowie für die hierzu üblichen Untersuchungs- und Dokumentationsmethoden und Präventionsmaßnahmen.

Diese Themen sind eingebettet in den allgemeinen natur- und geisteswissenschaftlichen Unterricht. Aufgrund der fachlichen Überschneidungen mit den Lehrinhalten der anderen Studienschwerpunkte am Fachbereich Konservierung und Restaurierung erweisen sich deren Vorlesungen als ideale Ergänzung.

Restaurierungspraktische Arbeit als Korrektiv theoretischen Wissens

Während der Projektzeiten, die zwei mal drei Wochen jedes Semester durchgeführt werden, arbeiten die Studierenden an ausgewählten Objekten kunst- und kulturhistorischer Bedeutung. Es bietet sich ihnen die Möglichkeit, unter Anleitung und Betreuung ihres Fachprofessors die Objekte, die sich in Thüringen und dem gesamten Bundesgebiet befinden, eingehend zu untersuchen, zu konservieren, zu restaurieren und gegebenenfalls anschließend weiterhin auch konservatorisch zu betreuen (siehe: Projekte). Die Untersuchungen – etwa des Mikroklimas, der Mauerfeuchte, der Salzbelastung, des biologischen Befalls oder auch von Putzen, Pigmenten, Bindemitteln, Bauteil- und Fassungsabfolgen - führen die Studierenden mit den jeweiligen Spezialisten durch. Hierauf werden sie sie in den entsprechenden theoretischen Vorlesungen vorbereitet.

Die „Baulastigkeit“ der Fachhochschule Erfurt und der Bauhausuniversität Weimar, mit der der FB Konservierung und Restaurierung zusammenarbeitet, erweist sich für den Studienschwerpunkt Wandmalerei und Architekturfassung als besonderer Vorteil: Die Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Landschaftsarchitektur (Klimatologie, Holzanatomie, Holzschädlinge etc.), Versorgungstechnik (Heizungssysteme) bieten einen speziell, auf die Belange des Studienschwerpunkts zugeschnittenen Unterricht an. So trainieren die Studierenden bereist während des Studiums interdisziplinäres Arbeiten und lernen die unterschiedlichen Herangehens- und Denkweisen ihrer zukünftigen Arbeitspartner kennen.

Tapetenrestaurierung

Nach Übernahme der Tapetensammlung des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege, die in mehr als dreißig Jahren zusammengetragen worden ist, bietet sich den Studierenden die Möglichkeit, fakultativ Einblick in die Konservierung und Restaurierung von Tapeten zu nehmen.

Das bei uns praktizierte Ineinandergreifen von Theorie und Praxis erlaubt es, theoretisch erworbenes Wissen praktisch umzusetzen und vor allem auch auf seine Gültigkeit hin zu überprüfen.

Auslandserfahrungen

Der Fachbereich bestärkt die Studierenden darin, Erfahrung auch in ausländischen Einrichtungen zu sammeln. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Auslandsamt der FH Erfurt (Stipendienvermittlung) und der internationalen Kontakte absolviert etwa die Hälfte der Studierenden des Studienschwerpunkts Wandmalerei und Architekturfassung ein Praxissemester im Ausland. Über dortige Objekte und Erfahrungen werden zwischenzeitlich auch Diplomarbeiten verfasst.


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