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Fachrichtung Konservierung und Restaurieung

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Projektarbeiten im Magdeburger Dom

in Zusammenarbeit mit der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt
und Herrn Dipl.-Restaurator Thomas Groll seit 1999

Paradiespforte, Skulpturenprogramm Kluge und Törichte Jungfrauen und Tympanonrelief, Sandstein gefasst

Projekt seit 2004

Der Magdeburger Dom, ab 1209 anstelle der romanischen Basilika Ottos I. als erste gotische Kathedrale in Deutschland nach französischem Vorbild errichtet, birgt einen umfangreichen Schatz mittelalterlicher Plastik und anderer Ausstattungsstücke. Seit dem Jahr 1999  nehmen Studierende unseres Studienganges regelmäßig an Restaurierungsprojekten im Magdeburger Dom teil. Die Projekte werden im Auftrag der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt von Herrn Diplom-Restaurator Thomas Groll geleitet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit konnten in den zurückliegenden Jahren verschiedene Praxissemester- und Diplomarbeiten sowie Projektarbeiten realisiert werden. So wurden das bedeutende Vesperbild von um 1400 untersucht und konserviert, Bestand- und Zustanduntersuchungen an den bekannten Skulpturen der Klugen und Törichten Jungfrauen der Paradiespforte durchgeführt und eine Bestandsaufnahme der Epitaphien und Grabsteine im Kreuzgang des Domes begonnen. Zuletzt konnte im Rahmen einer Praxissemesterarbeit die Restaurierung der Renaissancekanzel aus Alabaster unterstützt werden.

Die Klugen und Törichten Jungfrauen der Paradiesvorhalle sind Bildwerke von europäischem Rang. Die starke Ausstrahlung der Bildwerke lässt auch den heutigen Betrachter nicht unberührt und die Wirkung eines solchen Skulpturenensembles auf den mittelalterlichen Menschen ahnen.
Der Studiengang hatte 2004 die Möglichkeit an der Dokumentation des Bestandes und Zustandes dieser wertvollen Skulpturen mitzuarbeiten. Mit einer Gruppe von Studierenden wurden in einem mehrwöchigen Projekt Bestand und Zustand der Skulpturen kartiert. Ausgangspunkt der Dokumentation des Zustandes war eine eindeutige Definition der Schadphänomene. Während der Kartierungsarbeit mussten die festgelegten Definitionen in einem intensiven Abstimmungsprozess innerhalb des Teams ständig bestätigt und ggf. weiter differenziert werden. Die Studierenden lernten die spezifischen Schadbilder an den Skulpturen unter deren besonderen Expositionsbedingungen kennen und konnten außerdem Erfahrungen bei der Strukturierung von Teamarbeiten sammeln.
Im Ergebnis der im Rahmen einer Diplomarbeit ebenfalls durchgeführten Fassungsuntersuchungen konnten die mittelalterlichen Fassungen und die jüngeren barocken Fassungen der Skulpturen rekonstruiert werden. Auf der Basis der durchgeführten Untersuchungen konnte eine der Skulpturen konserviert werden. Dabei wurde auch der Einsatz der Lasertechnik für die Reinigung der sensiblen Oberflächen der Skulpturen erprobt und erfolgreich angewendet.
Inzwischen sind alle zehn Skulpturen der Klugen und Törichten Jungfrauen durch die am Magdeburger Dom tätigen RestauratorInnen restauratorisch behandelt und die Konzeption für die Restaurierung der Paradiesvorhalle weit fortgeschritten


Vesperbild (Pieta), um 1400, Prager Pläner Kalkstein, Fassungsfragmente, seit 2001 (Projekt abgeschlossen)

Das aus der Zeit des Schönen Stils stammende Vesperbild im Dom ist ein wahres Kleinod mittelalterlicher Bildhauerkunst. Der Schmerz der Mutter über den Tod ihres Sohnes wurde mit großer Intensität dargestellt, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat.
Wegen ihrer erheblichen Schäden wurde die Skulptur in den Jahren 2001/02 im Rahmen einer Praxissemester- und Diplomarbeit untersucht und ein Konzept für deren Konservierung entwickelt. Von besonderer Bedeutung war dabei die Identifizierung des Gesteins. Die Kenntnis seiner Zusammensetzung war Voraussetzung für die Analyse der Ursachen für die spezifischen Schadbilder an der Skulptur. Mit der eindeutigen Zuordnung des Materials zu einem Prager Gesteinsvorkommen konnte darüber hinaus ein Beitrag zur Frage der Herkunft des Vesperbildes geleistet werden.
Die Schäden an der Skulptur bestanden vor allem darin, dass sich die Oberfläche in dünnen Schichten geradezu abschälte und abblätterte. Im Zusammenhang mit noch erhaltenen Fassungsfragmenten stellte dies eine besondere Herausforderung bei der Reinigung dar. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile wurden die steinsichtigen Oberflächen schließlich mittels Laserverfahren gereinigt. 
Die Konservierung des Vesperbildes konnte nach Abschluss der Diplomarbeit von der Absolventin fertig gestellt werden. Die Skulptur fand im Dom einen neuen repräsentativen Aufstellungsort, der ihrem künstlerischen Wert und ihrer ursprünglichen Funktion gerecht wird: Die Pieta als Andachtsbild, vor dem die Besucher des Domes innehalten können.

Kanzel, 1595/97, Alabaster (laufendes Projekt)

Nachdem im Zuge der Reformation schon kurz nach 1524 die meisten Magdeburger Stadtkirchen zum evangelischen Glauben übergetreten waren, wurde im Dom erst 1567 die erste evangelische Predigt gehalten. Genau 30 Jahre später konnte die Kanzel des Doms als Zentrum des protestantischen Gottesdienstes eingeweiht werden. Mit dem Apostel Paulus als Kanzelträger und Christus als Erlöser der Welt im Zentrum eines reichen Bildprogramms gehört die Kanzel des aus Nordhausen stammenden Bildhauers Christoph Kapup zu den bedeutendsten Werken der Spätrenaissance in Deutschland.
Im Rahmen einer Praxissemesterarbeit konnte ein Student unseres Studienganges einen Beitrag zur Untersuchung des Bestandes und Zustandes der Kanzel leisten. Schwerpunkt  waren die spezifischen Schadbilder am Alabaster, einem besonders in der Renaissance beliebten Bildhauerstein. Die Eigenschaften des Alabasters und seine Schadbilder erfordern spezielle Reinigungstechnologien, deren Erprobung und Anwendung in der Zeit des Praxissemesters erfolgten.

Wichtige Projekte:

Erfurt, Severi Kirche 
- Taufstein

Sondershausen, Schloss 
- Raumschale aus Dendriten-
  kalkstein und Alabaster


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