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Fachrichtung Konservierung und Restaurieung

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Der Taufstein der Severi-Kirche in Erfurt

Projekt 2006/07

Der 1467 vollendete Taufstein der Severi-Kirche mit seinem turmförmigem Überbau gilt als „eine der bedeutendsten Schöpfungen spätgotischer Bildhauerkunst in Deutschland.“ Vergleichbare Kleinarchitekturen sind u. a. in Nürnberg und Ulm zu finden. Der turmartige Überbau des Taufsteins reicht bis in das Gewölbe der Kirche. Seine filigrane architektonische Gliederung wird von einer reichhaltigen Ornamentik und einem umfangreichen Figurenprogramm ergänzt. Das ikonographische Programm der Architektur und der Bildwerke wird in höchster künstlerischer Qualität und technischer Perfektion umgesetzt. Dazu wurde das Natursteinmaterial bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten ausgereizt.
Im Rahmen ihres Praxissemesters haben drei Studierende unseres Studienganges umfangreiche Untersuchungen zu Bestand und Zustand des Taufsteins und des Turmes durchgeführt. Eine erwartete mittelalterliche Farbfassung konnte nicht nachgewiesen werden. Erst im Zuge einer Renovierung in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erhielt der Taufstein die heute noch vorhandene barocke Bemalung. Die Studierenden dokumentierten die komplexe Konstruktion mit ihren werktechnischen Besonderheiten. Dazu wurden ein Bauteilkatalog erstellt, die unter der Bemalung nicht immer eindeutig erkennbaren Fugen detektiert und die hier verwendeten Klebetechnologien untersucht.
Eine gleichzeitig laufende Diplomarbeit befasste sich mit der Entwicklung einer Reinigungstechnologie für die barocke Fassung.
Parallel zu den Untersuchungen an der Werksteinarchitektur wurden in einer interdisziplinären Projektarbeit die Bestandteile des Taufsteins aus anderen Materialien dokumentiert: die Mondsichelmadonna und der Deckel des Taufsteins (Holz) sowie das den Turm einfassende Gitter (Eisen) und die Taufschale (Zinn). Die Taufschale konnte schließlich im Rahmen einer Projektarbeit konserviert und restauriert werden.
Im Ergebnis der Untersuchungen wurde ein restauratorisches Konzept entwickelt, dass die künstlerische und historische Bedeutung des Taufsteins mit der wieder aufzunehmenden liturgischen Nutzung in Übereinstimmung bringt. Die Restaurierung des Taufsteins und seines Überbaus wurde inzwischen unter Leitung einer Absolventin unseres Studienganges durchgeführt.

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