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Fachrichtung Konservierung und Restaurieung

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Sondershausen, Schloss


Steinzimmer
Projekt 2000 bis 2004

Im Norden Thüringens liegt die Stadt Sondershausen mit dem Schloss der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Im Neuen Nordflügel des Schlosses befindet sich das 1771 bis 1780 eingerichtet Steinzimmer Die Besonderheit des Raumes sind die auf die Wandvertäfelung applizierten polierten Steinplatten aus Dendritenkalkstein sowie aus weißem und rotem Alabaster, die in Kombination mit vergoldeten hölzernen Profilleisten und vergoldeten Ornamenten die Fassung der Wände bilden. Das Tiefenlicht der polierten Natursteinoberflächen stellt dabei einen gestalterischen Kontrast zu den Glanzlichtern der Vergoldungen dar.
Nachdem die anzunehmende ursprünglich echte Politur der Steinobenflächen verloren gegangen war, wurde sie durch Überzüge aus Leinöl und Harzen erneuert. Die Verschmutzung und die Vergilbung der Überzüge führten insgesamt zu einer Veränderung der ursprünglichen Farbwirkung des Raumes. Die Farbkontraste erschienen weniger intensiv. Die kühle Farbigkeit des Alabasters und die Farbigkeit des Dendritenkalksteins waren in eine wärmere Farbstimmung verschoben. Diese Veränderung der Farbigkeit reduziert die „Wirkung von gediegen arrangierter Kostbarkeit“  des Raumes erheblich.
Im Laufe der Untersuchungen und der methodischen Diskussionen um die Restaurierung des Steinzimmers rückte das Problem der Reinigung und eines neuen Überzugs immer stärker in den Vordergrund. Mit der Reinigung musste für den Raum auch ganz deutlich die methodische Frage nach der ästhetischen und historischen Authentizität gestellt werden.
Die methodischen und ästhetischen Fragen der Restaurierung der Vertäfelung des Steinzimmers wurden an einer größeren Musterachse an der Nordwand erörtert. An der Musterachse wurden auch die anzuwendenden Technologien erprobt. Im Ergebnis der Untersuchungen wurde ein Leistungsverzeichnis entwickelt, das Grundlage der Ausschreibung und der Ausführung war.
Die Untersuchungen und die Musterachse wurden von Studierenden der Fachrichtung Konservierung und Restaurierung ausgeführt. Die Ausführung der Restaurierung erfolgte durch Absolventen unseres Studienganges, die im Auftrag eines Thüringer Restaurierungsunternehmens arbeiteten.
Am Beispiel des Steinzimmers wird erneut deutlich, dass solche komplexen Problemstellungen auch mit komplexen Untersuchungen angegangen werden müssen. Restauratorische und naturwissenschaftliche Untersuchungen müssen in den Kontext der historischen Nutzung und der Konstruktion gestellt werden, wenn die Prozesse der Schadensentwicklung verstanden werden sollen. Der anfangs vermutete Schwerpunkt der Schädigung des Verbundsystems Holz-Stein erwies sich als weniger problematisch als erwartet. Trotzdem dürfen auch bei der künftigen Nutzung, die vorhandenen Schädigungspotentiale nicht vernachlässigt werden.

Wichtige Objekte:

Erfurt, Severi Kirche 
- Taufstein

Magdeburg, Dom 
- Paradiesvorhalle,
  Kluge und Törichte Jungfrauen
- Vesperbild
- Kanzel
- Hauptaltar
- Votivrelief im Kreuzgang
- Grabplatten im Kreuzgang


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