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Professorin Barbara Lochner im Gespräch



Wenn Sie auf Ihren bisherigen Weg schauen, was hat Sie in die Wissenschaft geführt? 
Ich komme aus dem Berufsfeld der Sozialen Arbeit und Kindheitspädagogik, in dem es vergleichsweise wenig gesichertes empirisches Wissen gibt. Ich wollte in die Wissenschaft, um einen Beitrag dazu zu leisten, Praxis und Forschung besser zu verzahnen und die Leistungen und Bedingungen professionellen pädagogischen Handelns sichtbar zu machen. 

Was begeistert Sie bis heute an Ihrer Arbeit?
Die Arbeit mit Studierenden und die Forschung. Zudem schätze ich die Auseinandersetzung in einem großen Netzwerk sowie die Präzision wissenschaftlicher Arbeiten. 

Wie würden Sie Ihr Forschungsfeld jemandem erklären, der nichts davon weiß?
In beschäftige mich damit, in der Wissenschaftskommunikation zu zeigen, warum für eine professionelle Pädagogik Alltags- und Erfahrungswissen allein nicht ausreicht, um gute Bildung für alle Kinder und Jugendlichen zu gestalten – unabhängig von ihrer Herkunft, dem sozioökomischen Bedingungen der Familie oder deren Bildungshintergrund. 

Wie verlief Ihr persönlicher Karriereweg – gab es Phasen des Zweifelns und Scheiterns/besondere Herausforderungen/Erfolge und wie sind Sie damit umgegangen?
Ich betrachte es als wichtig für gute Wissenschaft, immer wieder zu zweifeln und eigene Methoden und theoretische Zugänge kritisch zu hinterfragen. Da gehört die eine oder andere Krise dazu. Als Erfolge sehe ich meine Promotion und die langfristige Zusammenarbeit am Thüringer Institut für Kindheitspädagogik der FHE, an dem wir mittlerweile eine ganze Reihe innovativer Transfer- und Forschungsprojekte umgesetzt haben. 

Was ist an wissenschaftlicher Arbeit oft unsichtbar für Außenstehende?
Dass es in vieler Hinsicht Handwerk ist, dass es mühsam ist, dass die großen Befunde der Bildungs- und Sozialforschung aus ganz vielen kleinen Puzzleteilen bestehen, die für sich genommen oft wenig spektakulär sind.

Welche Veränderungen (im Bereich der Wissenschaft) wünschen Sie sich für zukünftige Generationen?
Weniger Bürokratie, ich verbringe selbst oft viel Zeit mit Management. 

Was hätten Sie gern früher über Wissenschaft/die Arbeit an einer Hochschule gewusst und welchen Rat würden Sie Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen geben?
Dass eine Promotion nicht nur aus der einen Forschungsarbeit besteht, sondern es sich um eine allumfassende berufliche Weiterentwicklung handelt, zu der viel mehr gehört. Erste Lehrerfahrungen sammeln, an internationalen Konferenzen mitwirken, sich mit eigenen Beiträgen in den akademischen Austausch begeben – das alles ist immens wichtig. Dazu gehört viel Eigenmanagement und ein bisschen Selbstvermarktung ist es auch. Mein Rat ist, Netzwerke aufzubauen, um sich frühzeitig wissenschaftlich zu verorten und sichtbar zu sein. 

Sind Wissenschaftler:innen an der FHE gut aufgehoben? Was macht die FHE aus Ihrer Sicht zu einem guten Arbeitsplatz?
Ich schätze die Nähe zu Partner:innen aus Praxis und Verwaltung. Die Wege sind kurz und es ist leicht miteinander in Austausch zu kommen, innovative Ideen zu entwickeln und dafür Unterstützer:innen zu finden.

Kontakt

Prof.in Dr. Barbara Lochner

Fakultät

Angewandte Sozialwissenschaften

Lehrgebiet

  • Führen und Leiten (Seminar), BA Pädagogik der Kindheit
  • Analyse von pädagogischen Alltagssituationen, BA Pädagogik der Kindheit
  • Pädagogisches Grundwissen, BA Pädagogik der Kindheit
  • Grundlagen des Studiums und wissenschaftlichen Arbeitens (Seminar), BA Leiten und Führen in der Kindheitspädagogik

Porträtreihe "Frauen in der Wissenschaft"

Eine Initiative des Projekts PROF4FHE mit Fokus auf die Professorinnen der Fachhochschule Erfurt und deren Karrierewege.

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