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Professorin Antje Simon im Gespräch



Wenn Sie auf Ihren bisherigen Weg schauen, was hat Sie in die Wissenschaft geführt?
In zwei Worten: Mut und Glück. An entscheidenden Stellen meines Lebens haben sich immer wieder ungeplante Möglichkeiten ergeben. Rückblickend war mein Weg durch glückliche Zufälle und meine Bereitschaft, Neues auszuprobieren, geprägt. 

Was begeistert Sie bis heute an Ihrer Arbeit?
Als Bauingenieurin im Brückenbau schaffe ich Unikate, die im besten Fall über Jahrhunderte bestehen. So gestalte ich die jetzige und die zukünftige Umwelt aktiv mit.
Als Professorin motivieren mich vor allem die Momente, in denen Studierende die Inhalte wirklich verstehen und Probleme selbständig lösen. 

Wie würden Sie Ihr Forschungsfeld jemandem erklären, der nichts davon weiß?
In meiner Forschung beschäftige ich mich mit dem Thema Holzbrückenbau. Das Bauwesen trägt eine große Verantwortung für unsere Umwelt. Der Bau verursacht weltweit hohe CO₂-Emissionen, verbraucht einen großen Teil der natürlich vorkommenden Rohstoffe und erzeugt den meisten Abfall. Holz kann zur Lösung dieses Problems beitragen, da es aktuell der einzige nachwachsende Baustoff ist und CO₂ bindet. Daher sollten auch im Infrastrukturbau viel mehr Holzbrücken entstehen. Dazu forsche ich.

Was ist an wissenschaftlicher Arbeit oft unsichtbar für Außenstehende?
An Hochschulen sind insbesondere die zeitintensiven Tätigkeiten der Selbstverwaltung für Außenstehende unsichtbar. Zusätzlich zu meinen Aufgaben in Lehre und Forschung bin ich als einzige Frau in meiner Fachrichtung in sehr vielen Gremien und Berufungskommissionen vertreten, um Hochschule aktiv mitzugestalten, aber auch damit die gewünschte Geschlechterparität erreicht wird.

Welche Veränderungen (im Bereich der Wissenschaft) wünschen Sie sich für zukünftige Generationen?
Für mich ist die Gleichberechtigung und die Unterstützung von Frauen im MINT-Bereich ein Herzensthema. Während der Anteil von Frauen und Männern in meinem Studium und in meiner früheren beruflichen Tätigkeit im Ingenieurbüro recht paritätisch war, liegt der Frauenanteil im Bauingenieurstudium an der FH Erfurt heute nur bei zehn bis 20 Prozent. Deshalb braucht es aus meiner Sicht gezielte Förderung und Unterstützung für Frauen im Bauingenieurwesen und allgemein in MINT-Berufen. Frauen können MINT!

Welchen Rat würden Sie Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen geben?
Seid mutig, neugierig und traut euch, neue Wege zu gehen! Vernetzt euch frühzeitig und werdet sichtbar! 

Sind Wissenschaftler:innen an der FHE gut aufgehoben? Was macht die FHE aus Ihrer Sicht zu einem guten Arbeitsplatz?
Ich erlebe die Zusammenarbeit in meinem Kollegium des Bauingenieurwesens, aber auch die fachübergreifende Zusammenarbeit mit den Architekt:innen und Gebäudetechniker:innen als sehr positiv. Die Rahmenbedingungen zum Lehren und Studieren am Campus empfinde ich als sehr angenehm.

Kontakt

Prof.in Dr.-Ing. Antje Simon

+49 361 6700-9206 antje.simon@fh-erfurt.de Altonaer Straße 25 | 99085 Erfurt | 5.2.29
Zum Kontakt

Fakultät

Bauingenieurwesen und Konservierung / Restaurierung

Lehrgebiet

  • Stahlbau und Holzbau
  • Vertiefung Konstruktiver Ingenieurbau (KIB)
  • Masterprojekt interdisziplinärere Holzbau
  • Masterstudiengang Stahl-, Verbund- und Holzbrücken - Teilgebiet Holzbrückenbau
  • Zertifikatsstudium Holzbau (WBA)

Porträtreihe "Frauen in der Wissenschaft"

Eine Initiative des Projekts PROF4FHE mit Fokus auf die Professorinnen der Fachhochschule Erfurt und deren Karrierewege.

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