Werkschau Architektur 2026
Als Höhepunkt und Abschluss des akademischen Jahres öffnet die Fachrichtung Architektur am Freitag, 31.07.2026, und am Samstag, 01.08.2026 weit ihre Türen für die Öffentlichkeit. Auf dem Campus in der Schlüterstraße 1 in Erfurt bietet sich bei der öffentlichen Werkschau die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit der Fachrichtung Architektur zu werfen. Während dieser Jahresausstellung präsentieren die Studierenden in den Ateliers und Ausstellungsräumen ihre aktuellen Studienarbeiten und Entwurfsprojekte.
Die an Raumgestaltungen in diesem Jahr wesentlich umfangreichere Werkschau präsentiert Studierendenprojekte für Orte in verschiedenen Bundesländern. Ein Fokus liegt dabei auf Thüringen und ganz speziell auf Erfurt. Nachfolgende Beispiele verdeutlichen das:
- Revitalisierung Alter Güterbahnhof Erfurt
In dem Projekt der Studierenden werden die besonderen Qualitäten des Standorts nachhaltig und in einer spezifischen, charakteristischen Struktur weitergedacht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Wohnen, auch auf dem Wohnen in Gemeinschaft, ergänzt durch Flächen für verschiedene Arbeits- und Produktionsformen, dem Quartier zugehörige und soziale Infrastruktur (Supermarkt, Kita etc.) und soziale wie kulturelle Gemeinschaftsangebote.
- Sportclub am Alperstedter See im Norden von Erfurt
Die Entwurfsaufgabe des Semesters beschäftigt sich mit der einzigartigen Kulturlandschaft Erfurter Seen im Norden der Landeshauptstadt Thüringens, respektive einem neuen sportiven Freizeit- und Aktivangebot am Alperstedter See. Gesucht wurden in diesem Semester phantasievolle Entwürfe für einen Sportclub am Alperstedter See, welche sich mit dem gegebenen landschaftlichen Kontext intensiv auseinandersetzen und einen experimentellen Umgang im Zusammenspiel von Form, Nutzung und Materialität finden.
- Transformation Kirche St. Martini Erfurt
Viele Kirchengemeinden beider Konfessionen in Deutschland sehen sich aufgrund der zunehmenden Säkularisierung unserer Gesellschaft einer existentiellen Krise ausgesetzt. Die Gemeinden überaltern zunehmend, Kirchenmitglieder treten aus und junge Menschen, die sich noch mit dem Glauben und einem Leben in einem Gemeindekontext identifizieren können, fehlen. Die Gemeinde der katholischen Kirche St. Martini in Erfurt hat zusammen mit ihrem Diakon ein zweiteiliges Konzept (Kolumbarium sowie teilweise Aufrechterhaltung der Nutzung als Taufkirche im vorderen Teil des Kirchenraums) ausgearbeitet, das die endgültige Schließung der Kirche verhindern soll. Aufgabe des Seminars der Architekturstudierenden soll es sein, dafür ein räumliches, architektonisch anspruchsvolles Konzept zu erarbeiten und sowohl konstruktiv als auch materialspezifisch einen Vorschlag für die Nutzung als Kolumbarium zu entwickeln.
- Umbau Schottenkirche
Vor der oben beschriebenen tiefgreifenden Veränderung der Kirchen in Deutschland steht auch die Schottenkirche. Eine Chance: Die Umnutzung der Schottenkirche in Erfurt zu einer ökumenischen Jugendkirche. Das Projektstudio wurde in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden der Fachrichtung Bauingenieurwesen durchgeführt.
- Leftover, Stadthaus in der Erfurter Altstadt
Eine bauliche Nachverdichtung in der Erfurter Altstadt auf einem „Restgrundstück“ an der Straßenecke Fischersand/An den Graden ist Gegenstand der Baukonstruktionsübung. Der vorliegende Vorentwurf für ein Stadthaus wird als Fassadenentwurf gestalterisch fortgeführt und baukonstruktiv detailliert. Dabei wird auch ein Konzept für den Lastabtrag entwickelt.
- Schwimmen im Rieth / Sportschwimmbad
Jedes Jahr schließen in Deutschland Schwimmbäder, die alte Kulturtechnik Schwimmen geht immer mehr verloren. Um diesem Trend entgegenzuwirken, soll ein neues Schwimmbad in Erfurt-Rieth die nördlichen Erfurter Stadtteile wieder lokal mit einem Angebot rund um das Schwimmen versorgen und dabei einen neuen lokalen Treffpunkt bilden. Als Integriertes Projekt entstehen Entwürfe für die Ausgestaltung dieses Ortes mit bau- und tragkonstruktiver Vertiefung.
- Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt Rieth
Der Raum als dritter Pädagoge bestimmt maßgeblich das Lernen in der Schule. Der Spezialschulteil des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Erfurt Rieth soll saniert und um einen Mehrzweckbereich aus Mensa/Aula erweitert werden. Die DDR-Typenschule des Typs Erfurt bildet mit ihrem Zwillingsbau des Stammhauses ein Ensemble, das nur im Zusammenhang neu gedacht werden kann. Wie können die Bestandsgebäude für ein zeitgemäßes Lernkonzept aktiviert und ressourcenschonend umgebaut werden? Wie entsteht ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept, das auch die Vernetzung mit dem Quartier und die Gestaltung der Freiflächen beinhaltet? UND: Welcher architektonische Ausdruck kann den Geist des Spezialgymnasiums und seiner MINT-begabten Schüler:innen treffend nach außen verkörpern?
Die Studierenden haben anlässlich der Werkschau ein szenografisches Konzept für ihr Gebäude entwickelt, welches den Besucher:innen ein räumliches Erlebnis und so manche Überraschung bietet. Für Interessierte werden darüber hinaus Führungen durch die Ausstellung angeboten.
Vor Beginn der Werkschau werden die Architektur-Absolvent:innen Bachelor und Master festlich verabschiedet.
Am Eröffnungstag der Ausstellung werden zudem Preise und Auszeichnungen für die besten Arbeiten der Studierenden verliehen: Der „Prix de Schlü“ für die besten Abschlussarbeiten Bachelor und Master und der „Werkstein“ für die besten Raumgestaltungen an der Werkschau.
Der „Prix de Schlü“ wird im Sommersemester 2026 das fünfte Mal ausgelobt. Mit dem Preis möchte die Fachrichtung Architektur besonders engagierte Studierende und deren herausragenden Abschlussarbeiten auszeichnen. Der „Förderverein des Studiengangs Architektur arclab e.V.“ stellt dafür ein Preisgeld von 1.250,00 Euro zur Verfügung.
Alle interessierten Erfurter:innen und Gäste der Stadt sind herzlich eingeladen, die Projekte der Fachrichtung Architektur und die „Schlü“ – wie der Campus gern genannt wird – kennenzulernen.