KoNeKi - Kooperation gestalten – Netzwerke im kommunalen Kinderschutz

Kurzbeschreibung
In dem von der Daimler und Benz-Stiftung geförderten, dreijährigem Forschungsprojekt KoNeKi widmen sich Wissenschaftler*innen der FH Erfurt in Zusammenarbeit mit der Fachpraxis der Analyse und Weiterentwicklung rechtkreisübergreifender Kooperationen im kommunalen Kinderschutz. Ziel ist es, die Umsetzung gesetzlicher Kooperationsvorgaben empirisch zu untersuchen, Erfolgs- und Hemmfaktoren gelingender Zusammenarbeit zwischen beteiligten Systemen zu identifizieren, theoretisch einzuordnen und daraus einen praxisorientierten Leitfaden zur systematischen Implementierung kommunaler Kinderschutznetzwerke zu entwickeln.
Ausgangslage
Der Schutz von Kindern ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben, um das gesunde und sichere Aufwachsen junger Menschen zu gewährleisten. Nach mehreren tragischen Kinderschutzfällen wurde mit dem Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) von 2012 und dem darin enthaltenen Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen. Dieser verpflichtet alle relevanten Akteure – Jugendhilfe, Bildung, Gesundheit, Polizei, Justiz und freie Träger – zur Zusammenarbeit, um Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen und zu bearbeiten.
Problemstellung
Trotz dieser gesetzlichen Grundlagen zeigen empirische Daten und Praxiserfahrungen einen deutlichen Handlungsbedarf aufgrund steigender Gefährdungsquoten. Neben der wachsenden Zahl an Meldungen nimmt auch die Komplexität der Fälle zu, deren Bearbeitung eine enge Abstimmung verschiedener Professionen und Institutionen rechtskreisübergreifender Systeme erfordert – eine Abstimmung, die häufig durch strukturelle Brüche, unklare Verantwortlichkeiten und fehlende Kommunikationswege geprägt ist. Diese Fragmentierung kann dazu führen, dass Kinder und Jugendliche in Krisensituationen zu spät erkannt oder unzureichend geschützt, ihre Bedarfe übersehen werden.
Ziele und Vorgaben
Um diese Lücke zu schließen, braucht es empirisches Wissen darüber, wie Kooperation in kommunalen Kontexten tatsächlich gelingt, welche Faktoren sie stabilisieren oder behindern, und wie die gesetzlichen Anforderungen in gelebte Praxis übersetzt werden können. Netzwerkarbeit im Sinne eines organisierten, institutionalisierten Zusammenschlusses von Akteuren, stellt in diesem Kontext ein Steuerungsinstrument dar, welches auf gemeinsame Zielerreichung, abgestimmte Entscheidungsprozesse und einen Ausgleich von Machtverhältnissen ausgerichtet ist.
Innovationsansatz
Durch den engen Austausch mit Politik und Fachpraxis sowie einer partizipativen Praxisforschung leistet KoNeKi einen Beitrag zur Stärkung einer evidenzbasierten, nachhaltige Kinderschutzpraxis und fördert eine Neuausrichtung kommunaler Steuerungslogiken.
Projektpartner
- Institut für kommunale Planung und Entwicklung – An-Institut der FH Erfurt (IKPE)
- Nationales Zentrum Frühe Hilfen beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
- Thüringer Ministerium für Soziales, Familie, Arbeit und Gesundheit
- Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
- Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend Rheinland-Pfalz
- Landschaftsverband Rheinland
- Landschaftsverband Westfalen-Lippe


