Lesung mit Alexandra Zykunov: Wir sind doch alle längst gleichberechtigt?!

Die Veranstaltung ist Teil der Autorinnenlesungsreihe „Gender und Gesellschaft“ und wird über das Professorinnenprogramm 2030 finanziert.
Über die Lesung
Im Mittelpunkt der Lesung stehen die beiden Bücher der Journalistin und Bestsellerautorin Alexandra Zykunov „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!“ und „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“. Mit pointiertem Blick und viel persönlicher Erfahrung zeigt Zykunov, wie tief patriarchale Strukturen in unseren Alltag hineinwirken – oft, ohne dass wir sie unmittelbar als solche wahrnehmen.
Ein besonderer Fokus der Lesung liegt auf der Arbeits- und Berufswelt. Denn obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede bei Einkommen, Karrierechancen, Führungspositionen und der Verteilung von Sorgearbeit. Der Gender Pay Gap ist dabei nur ein sichtbarer Ausdruck von Ungleichheiten, die sich an vielen Stellen des Berufslebens zeigen. Auch der sogenannte Gender Confidence Gap – also Unterschiede darin, wie selbstbewusst Frauen und Männer ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen und präsentieren – wird häufig herangezogen, um berufliche Ungleichheiten zu erklären.
Doch was passiert, wenn Frauen immer wieder geraten wird, sie müssten sich einfach mehr zutrauen, selbstbewusster auftreten, härter verhandeln oder häufiger „Nein“ sagen? Zykunov stellt solche individuellen Ratschläge infrage und lenkt den Blick auf die Strukturen, in denen berufliche Entscheidungen und Karrieren stattfinden. Denn wenn Frauen sich verändern sollen, um in bestehenden Systemen erfolgreich zu sein, stellt sich auch die Frage: Was müsste sich eigentlich in den Systemen selbst verändern?
Wie werden Leistung und Potenzial bewertet? Welche Rolle spielen stereotype Vorstellungen von Führung und Durchsetzungsfähigkeit? Warum werden bestimmte Verhaltensweisen bei Männern als souverän und bei Frauen möglicherweise als schwierig wahrgenommen? Und welchen Einfluss haben Mutterschaft, Teilzeit und die nach wie vor ungleich verteilte Sorgearbeit auf berufliche Entwicklung und Einkommen?
Zykunov verbindet diese Fragen mit einer grundsätzlichen Auseinandersetzung darüber, wie patriarchale Strukturen unser Leben prägen – in der Familie ebenso wie im Unternehmen, im Alltag und in gesellschaftlichen Institutionen. Dabei geht es nicht nur darum, Ungleichheiten sichtbar zu machen, sondern auch darum, den Blick auf Veränderungsmöglichkeiten zu richten: Welche Schritte können wir selbst unternehmen – und welche Veränderungen braucht es in Organisationen, Unternehmen und der Gesellschaft?
Alexandra Zykunov wird aus beiden Büchern lesen und anschließend mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Gemeinsam soll diskutiert werden, wie tief patriarchale Strukturen in unser Leben und insbesondere auch in unsere Arbeitswelt hineinwirken, warum individuelle „Selbstoptimierung“ allein nicht ausreicht und welche Veränderungen notwendig sind, damit Gleichberechtigung tatsächlich gelebt werden kann.
Über die Autorin
Alexandra Zykunov gehört zu den bekanntesten feministischen Journalistinnen Deutschlands. Ihr erstes Sachbuch „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!“ erschien 2022 bei Ullstein, hielt sich mehr als sechs Monate auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mehr als 50.000 Mal verkauft. 2023 folgte „Was wollt ihr denn noch alles?!“, 2024 gab sie den viel beachteten Essayband „Unlearn Patriarchy 2“ mit heraus. 2026 erschien ihr bisher persönlichstes Buch „Aber patriarchale Kackscheiße darf man schon sagen, oder?“, das unmittelbar die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte. Seit 2025 ist Zykunov zudem SPIEGEL-Kolumnistin und kommentiert das politische und gesellschaftliche Geschehen aus feministischer Perspektive.
Hinweise zur Veranstaltung
Die Veranstaltung wird vom Service Gender und Diversity der Fachhochschule Erfurt organisiert und im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert. Alle Hochschulangehörigen und darüber hinaus alle Interessierten sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei.
Der Veranstaltungsraum ist barrierearm mit einem Aufzug erreichbar. Um eine respektvolle, diskriminierungssensible und inklusive Atmosphäre zu unterstützen, wird eine Awareness-Person während der Veranstaltung anwesend sein.
Lesetipp: Das Buch „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt?!“ steht in der Hochschulbibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.