Lesung mit Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge und Witches, Bitches, It-Girls

Die Veranstaltung ist Teil der Autorinnenlesungsreihe „Gender und Gesellschaft“ und wird über das Professorinnenprogramm 2030 finanziert.
Über die Lesung
Warum sind viele Dinge um uns herum eigentlich so gestaltet, wie sie sind? Wer wird bei der Entwicklung von Produkten mitgedacht – und wer nicht? Und was hat das mit Geschlecht zu tun?
In ihrem Bestseller „Das Patriarchat der Dinge“ zeigt die Journalistin und Autorin Rebekka Endler, wie tief Geschlechterverhältnisse in die Gestaltung unserer Umwelt eingeschrieben sind. Ob Technologien, Alltagsprodukte, Verkehrsinfrastruktur oder medizinische Forschung: Vieles orientiert sich noch immer an einem vermeintlich neutralen Standard, der sich häufig am männlichen Körper und an männlichen Lebensrealitäten ausrichtet. Die Folgen reichen von unbequemen Alltagsgegenständen bis hin zu konkreten Nachteilen für Gesundheit, Sicherheit und Teilhabe.
Dabei geht es auch um die Frage, wer eigentlich entscheidet, was entwickelt, produziert und verkauft wird. Welche Bedürfnisse werden bei Innovationen berücksichtigt? Welche Zielgruppen gelten als selbstverständlich? Und welche Folgen entstehen, wenn bestimmte Perspektiven bei Design, Produktentwicklung oder unternehmerischen Entscheidungen fehlen? Endler macht sichtbar, dass Produkte und Technologien nicht einfach neutral entstehen. Sie sind das Ergebnis von Entscheidungen – darüber, für wen etwas entwickelt wird, welche Anforderungen als relevant gelten und welche Bedürfnisse übersehen werden. Damit richtet sich der Blick auch auf Unternehmen und Organisationen und auf die Frage, wie vielfältiger gedacht, entwickelt und gestaltet werden kann.
In ihrem zweiten Buch „Witches, Bitches, It-Girls“ nimmt Endler die historischen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Frauen und weiblicher Selbstbestimmung in den Blick. Sie erzählt von Frauenfiguren, die sich gesellschaftlichen Erwartungen widersetzt haben, und zeigt, wie sich Bilder von Weiblichkeit, Erfolg, Schönheit und Unangepasstheit über die Zeit verändert haben.
Die Lesung verbindet damit zwei Perspektiven: die Frage, wie Geschlecht in unserer materiellen und wirtschaftlichen Umwelt wirksam wird, und die Frage, wie gesellschaftliche Vorstellungen darüber prägen, wer wir sein dürfen und wie wir wahrgenommen werden.
Im anschließenden Gespräch besteht die Möglichkeit, gemeinsam darüber zu diskutieren, wie sich solche Vorstellungen in Produkten, Organisationen, Arbeitswelten und gesellschaftlichen Strukturen wiederfinden – und was es braucht, um Gestaltung und Innovation vielfältiger zu denken.
Über die Autorin
Rebekka Endler ist Journalistin, Autorin und Podcasterin. Mit ihrem Sachbuch „Das Patriarchat der Dinge“ wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Darin untersucht sie, wie gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse in Alltagsgegenständen, Technologien, Architektur, Medizin und Infrastruktur fortwirken. Mit „Witches, Bitches, It-Girls“ setzt sie ihre Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, weiblicher Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Vorstellungen von Weiblichkeit fort. Endler verbindet dabei journalistische Recherche mit persönlichen Beobachtungen und einem Blick auf die oft unsichtbaren Strukturen hinter unserem Alltag.
Hinweise zur Veranstaltung
Die Veranstaltung wird vom Service Gender und Diversity der Fachhochschule Erfurt organisiert und im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert. Alle Hochschulangehörigen und darüber hinaus alle Interessierten sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei.
Der Veranstaltungsraum ist barrierearm mit einem Aufzug erreichbar. Um eine respektvolle, diskriminierungssensible und inklusive Atmosphäre zu unterstützen, wird eine Awareness-Person während der Veranstaltung anwesend sein.
Lesetipp:
Das Buch „Das Patriarchat der Dinge” von Rebekka Endler steht in der Hochschulbibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.