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Lesung mit Tupoka Ogette: Trotzdem zuhause

Bild der Autorin Tupoka Ogette

Die Veranstaltung ist Teil der Autorinnenlesungsreihe „Gender und Gesellschaft“ und wird über das Professorinnenprogramm 2030 finanziert.

Über die Lesung

Die Bestsellerautorin, Aktivistin und Antirassismus-Expertin Tupoka Ogette kommt mit ihren bewegenden Memoiren „Trotzdem zuhause“ an die Fachhochschule Erfurt. Ihre Geschichte beginnt zwischen Gera und Leipzig. Als Tochter einer weißen deutschen Mutter und eines Schwarzen tansanischen Vaters wächst Tupoka Ogette in der DDR auf und erlebt die Widersprüche eines Landes, das sich als solidarisch verstand und von Ausgrenzung und Rassismus geprägt ist. Sie erfährt einen „Parallelkosmos“ in ihrem behüteten Zuhause. Über das Ankommen in West-Berlin schreibt sie: „Ich bin „Ausländerin“ im doppelten Sinne: Schwarz und ein DDR-Flüchtling. (…) ich tue alles, um dazuzugehören.“ Ihre Erinnerungen sind damit nicht nur eine persönliche Familiengeschichte, sondern auch eine ostdeutsche Geschichte – und eine Geschichte der Wiedervereinigung.

In „Trotzdem zuhause“ schreibt Ogette über die Suche nach Zugehörigkeit und Fremdzuschreibung, über das Leben zwischen verschiedenen Welten und über die Frage, was Heimat bedeuten kann. Sie erzählt von Kindheit und Jugend in Thüringen, von Flucht, Verlust, posttraumatischer Belastungsstörung, Sexismus und sexualisierter Gewalt, aber auch von Freundschaft, lesbischer Liebe, Mutterschaft, Resilienz und Selbstermächtigung. Mit großer Offenheit und literarischer Kraft verbindet sie persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Fragen nach Identität, Erinnerung und Zusammenleben.

Die Lesung lädt dazu ein, ostdeutsche Perspektiven neu zu betrachten und über Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Wandel mit der Autorin ins Gespräch zu kommen.

Über die Autorin

Tupoka Ogette wurde 1980 in Leipzig als Tochter eines tansanischen Studenten der Landwirtschaft und einer deutschen Mathematikstudentin geboren. Kurz vor der Wende wanderte ihre Mutter mit ihr nach Westberlin aus, wo Ogette bis zu ihrem Abitur lebte. Bekannt wurde sie einem breiten Publikum insbesondere durch ihr Buch „exit RACISM“, das als wegweisende Einführung in die Auseinandersetzung mit Rassismus gilt und und für viele Menschen in Deutschland, die selbst keine Rassismuserfahrungen machen, zu einem grundlegenden Werk geworden ist. Tupoka Ogette ist Bestseller-Autorin und eine der bekanntesten Beraterinnen für Rassismuskritik und Antirassismus im deutschsprachigen Raum.

Hinweise zur Veranstaltung

Die Veranstaltung wird vom Service Gender und Diversity der Fachhochschule Erfurt organisiert und im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert. Alle Hochschulangehörigen und darüber hinaus alle Interessierten sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei.

Der Veranstaltungsraum ist barrierearm mit einem Aufzug erreichbar. Um eine respektvolle, diskriminierungssensible und inklusive Atmosphäre zu unterstützen, wird eine Awareness-Person während der Veranstaltung anwesend sein.

Lesetipp: Ein Exemplar von „exit RACISM“ und „Trotzdem zuhause“ steht in der Hochschulbibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.