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Lesung mit Veronika Kracher: Bitch Hunt

Die Veranstaltung ist Teil der Autorinnenlesungsreihe „Gender und Gesellschaft“ und wird über das Professorinnenprogramm 2030 finanziert.

Über die Lesung

Was passiert, wenn Hass gegen Frauen nicht mehr nur am Stammtisch stattfindet, sondern in Kommentarspalten, sozialen Netzwerken und digitalen Communities? Wie entstehen antifeministische Bewegungen im Internet – und warum können digitale Räume für ihre Verbreitung so wirksam sein?

In ihrem neuen Buch „Bitch Hunt“ beschäftigt sich die Journalistin und Autorin Veronika Kracher mit Antifeminismus, digitaler Gewalt und den Netzwerken, in denen sich frauenfeindliche Ideologien verbreiten. Sie untersucht, wie sich unterschiedliche Formen von Antifeminismus online organisieren, gegenseitig verstärken und zunehmend auch Einfluss auf gesellschaftliche Debatten nehmen.

Dabei geht es nicht nur um einzelne beleidigende Kommentare oder sogenannte „Trolls“. Digitale Gewalt kann unterschiedliche Formen annehmen: von sexualisierten Beschimpfungen und gezielten Einschüchterungen über die Veröffentlichung persönlicher Daten bis hin zu koordinierten Angriffen und Bedrohungen. Für Betroffene können solche Angriffe weit über den digitalen Raum hinausreichen und Auswirkungen auf ihr berufliches und persönliches Leben haben.

Kracher nimmt dabei insbesondere die digitalen Räume in den Blick, in denen sich antifeministische Gemeinschaften bilden und politische und gesellschaftliche Vorstellungen verbreiten. Welche Rollen spielen soziale Medien und Plattformen bei der Vernetzung solcher Gruppen? Wie werden Feindbilder erzeugt und weitergetragen? Und warum richtet sich der Hass so häufig gegen Frauen, Feminist:innen und Menschen, die traditionelle Geschlechterrollen infrage stellen?

Die Lesung lädt dazu ein, genauer hinzusehen, wie digitale Kommunikation gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt und verstärken kann. Dabei geht es auch um die Frage, was digitale Gewalt mit öffentlicher Teilhabe macht: Wer beteiligt sich noch an Debatten, wenn die Kosten für Sichtbarkeit und Widerspruch immer höher werden?

Im anschließenden Gespräch mit Veronika Kracher besteht die Möglichkeit, die Mechanismen von Antifeminismus und digitaler Gewalt gemeinsam zu diskutieren und darüber zu sprechen, welche Verantwortung Plattformen, Medien, Institutionen und wir als Nutzer*innen digitaler Räume tragen.

Über die Autorin

Veronika Kracher ist Journalistin und Autorin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Antifeminismus, digitalen Subkulturen und rechten Ideologien. Sie schreibt unter anderem über die Verbindung von Geschlechterverhältnissen, Internetkultur und politischer Radikalisierung. Bereits zur Ringvorlesung „Gender und Hochschule“ 2025/26 war Kracher als Referentin an der Fachhochschule Erfurt zu Gast und füllte den Saal.

Hinweise zur Veranstaltung

Die Veranstaltung wird vom Service Gender und Diversity der Fachhochschule Erfurt organisiert und im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert. Alle Hochschulangehörigen und darüber hinaus alle Interessierten sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei.

Der Veranstaltungsraum ist barrierearm mit einem Aufzug erreichbar. Um eine respektvolle, diskriminierungssensible und inklusive Atmosphäre zu unterstützen, wird eine Awareness-Person während der Veranstaltung anwesend sein.

Lesetipp: Veronika Krachers Buch „Bitch Hunt“ steht in der Hochschulbibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.