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Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Wissenschaft und Praxis diskutieren über das Absterben in Thüringer Wäldern

28.10.2019

Von: Prof. Dr. Frank Bohlander

Die Fachhochschule Erfurt und das Max Planck Institut Jena luden am 24. Oktober, mit Unterstützung des ThüringenForst, zum Austausch über das Ausmaß der Absterbeerscheinungen und die Handlungsoptionen an die Fachhochschule Erfurt ein. Nach einer kurzen Begrüßung der über 100 Teilnehmenden durch die Veranstalter leitete Professor Dr. Frank Bohlander mit einem Vortrag über die derzeitigen und künftigen Gefahren für den Schutz der Wälder in die Vortragsrunde ein.

Die Wissenschaft war sich einig, dass der Klimawandel im Wald angekommen ist. Niederschlagsmangel und Sommerdürre in 2015, 2018 und 2019 haben die Vitalität heimischer Buchen, Eichen Kiefern und Fichten geschwächt und die Bäume teilweise flächig zum Absterben gebracht. Damit wird die bisher aus Sicht der Waldschutzexpert*innen unproblematische Baumart Buche zum neuen Sorgenkind im Wald. Aber selbst unter künftig „normalen“ Sommerverhältnissen sehen dei Expert*innen zahlreiche Gefahren für die vier Hauptbaumarten in Thüringen. Zahlreiche Sekundärschädlinge, die sich auf den Befall geschwächter Bäume spezialisiert haben, sitzen in den Startlöchern, um die weiterhin geschwächten Bäume zu befallen. Bei den Primärschädlingen (Blätter- und Nadeln fressende Schmetterlingsraupen) treten neben den bekannten Arten zunehmend neue Arten in Erscheinung, die von der Klimaveränderung profitieren.

Als Fazit der Tagung lag für die Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis auf der Hand, das wir in Teilen Deutschlands ein Klima bekommen werden, welches so bisher in Mitteleuropa nicht existiert hat. Deshalb müssen auch fremdländische Baumarten auf ihre künftige Anbaueignung in Deutschland untersucht werden.

Der zusammengebrochene Holzmarkt bereitet bei Fichte und Buche in Thüringen massive Probleme. Da Holz nicht mehr mit Gewinn verkauft werden kann, können die Forstbetriebe wegen fehlender Einnahmen keine Investitionen in Aufforstungen tätigen. Zur Lösung der Krise bedarf es einer finanziellen Unterstützung für Waldbesitzer durch den Staat um den Waldumbau zu klimastabileren Wäldern voranzubringen. Aufgrund der stark gestiegenen Sturmrisiken ist aber auch über kürzere Umtriebszeiten und geringere Holzvorräte in den Wäldern nachzudenken.

Deutschland braucht bundesweit eine Holzbauoffensive. Holz muss bundesweit als Baustoff einen Stellenwert wie in Österreich bekommen. Somit könnte auch durch die Substitution des extrem klimaschädlichen Zements durch Holz der Atmosphäre dauerhaft Kohlendioxid entzogen werden. Insgesamt wurde von den Referent*innen und aus dem Auditorium betont, dass man sich an Stelle von Panikmache und ideologischer Diskussion eine auf wissenschaftlichen Fakten basierende Diskussion und Politik wünscht.

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