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Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Thüringer Sozialdarlehen für Studierende wird hälftig in Zuschuss umgewandelt

09.06.2020

Von: Stephan Krauß (TMWWDG)

Mit „Corona-Finanzhilfe“ besser durch die Krise / Tiefensee: Land lässt Studierende nicht im Regen stehen

Thüringer Studierende, die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, können seit Anfang April ein zinsloses „Sozialdarlehen“ erhalten. Nachdem der Thüringer Landtag in der letzten Woche die entsprechenden Gelder freigegeben hat, soll diese Unterstützung nun noch einmal deutlich verbessert werden: Das Land wird künftig die Hälfte der Kreditsumme übernehmen, um so die Studierenden finanziell zu entlasten. Von maximal 800 Euro Darlehen müssen also höchstens noch 400 Euro zurückgezahlt werden. Diese Umwandlung des bisherigen „Sozialdarlehens“ in die „Corona-Finanzhilfe“ für Studierende soll rückwirkend auch für alle bereits ab AnfangApril abgeschlossenen Sozialdarlehen gelten. Zur Finanzierung dieser Leistung hatte das Wissenschaftsministerium 250 000 Euro für das Corona-Sondervermögen der Landesregierung angemeldet.

„Viele Studierende haben aufgrund der Corona-Pandemie ihre Nebenjobs und damit eine wichtige Finanzierungsquelle für ihren Lebensunterhalt verloren“, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Eine ganze Reihe von ihnen könne dadurch unverschuldet in Not geraten. „In dieser Situation lassen wir die Studierenden nicht allein. Mit der ‚Corona-Finanzhilfe‘ können sie diese schwierige Phase finanziell besser überbrücken und haben damit den Kopf weiterhin für das Studium frei.“

Die Umwandlung des bisherigen reinen Darlehens in einen hälftigen Zuschuss bedeute nicht nur eine zusätzliche spürbare Entlastung der Studierenden, sondern auch eine Gleichstellung mit den BAföG-Regularien. Nach der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) sind bundesweit über zwei Drittel der Studierenden neben dem Studium erwerbstätig, 60 Prozent davon finanzieren aus diesen Einnahmen ganz oder teilweise ihre Lebenshaltungskosten.

Thüringer Wissenschaftsministerium, Thüringer Hochschulen und das Thüringer Studierendenwerk hatten sich bereits zu Beginn der Corona-Pandemie auf ein Unterstützungspaket für Studierende verständigt. Dafür stellten die Hochschulen dem Studierendenwerk Thüringen insgesamt 500 000 Euro aus ihren Haushaltsbudgets zur Verfügung. Das Studierendenwerk vergab daraus im Rahmen der „Richtlinie für die Vergabesozialer Leistungen“ auf Antrag zinslose „Sozialdarlehen“. Nach deren Rückzahlung sollen die bereitgestellten Mittel vereinbarungsgemäß wieder an die Hochschulen zurückfließen. Mit der nunmehr geplanten Unterstützung durch das Land wird das Studierendenwerk die Darlehensschuld zu 50 Prozent übernehmen und bekommt diese Summe dann vom Land erstattet.

Bislang sind insgesamt rund 150 Sozialdarlehen im Umfang von 120 000 Euro ausgereicht worden. Rechtliche Grundlage für diese Form der Hilfeleistung ist das Thüringer Hochschulgesetz, demzufolge die Hochschulen gemeinsam mit dem Studierendenwerk Thüringen an der sozialen Förderung der Studierenden mitwirken (§ 5 Abs. 7 ThürHG). Zur sozialen Förderung gehört auch, dass bedürftige Studierende eine Unterstützungerhalten können, um ihren Lebensunterhalt, insbesondere die Kosten für Miete, Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter, vorübergehend zu sichern. Das Studierendenwerk übernimmt in Amtshilfe für die Hochschulen die Ausgabe und Verwaltung dieser Mittel.


Hinweis zur Antragstellung:

Anträge auf das Sozialdarlehen können weiterhin mit einer Anfrage an das Studierendenwerk Thüringen gestellt werden. In dem formlosen Antrag sollte die bestehende Notsituation dargestellt und bspw. mit einer Kündigung des bisherigen Arbeitgebers oder einem Nachweis zum Bezug von Kurzarbeitergeld untersetzt werden. Alle weiteren Kriterien kann man auf der Website nachlesen. Die Anträge werden mit den zuständigen Mitarbeiter*innen des Studierendenwerks, die sich per E-Mail bei den Antragstellern melden, konkretisiert und abgestimmt.


(Pressemitteilung des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft,
Stephan Krauß, Pressesprecher, 09.06.2020)

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