Digitale Kita
Digitale Medien gehören längst zur Lebenswelt von Kindern – doch wie können Kitas damit verantwortungsvoll umgehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Fachtags „Digitale Kita – zwischen Brücke und Barriere“ an der Fachhochschule Erfurt. Rund 90 Teilnehmende aus Praxis, Trägerlandschaft und Studium – viele aus verschiedenen Regionen Thüringens angereist – diskutierten aktuelle Entwicklungen und erarbeiteten konkrete Ansätze für den Kita-Alltag.
Im Fokus stand die doppelte Herausforderung für pädagogische Fachkräfte: Einerseits eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten – etwa bei der Dokumentation, in der Elternarbeit oder durch den Einsatz unterstützter Kommunikation in inklusiven Settings. Andererseits stellen Fragen des Kinder- und Datenschutzes sowie der altersgerechten Medienbildung viele Einrichtungen vor Unsicherheiten.
Das Workshop-Programm griff diese Spannungsfelder gezielt auf. In sechs parallel stattfindenden Formaten setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit rechtlichen Grundlagen, dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag sowie mit der Reflexion des eigenen Medienkonsums auseinander. Ziel war es, Fachkräfte für eine balanceorientierte Begleitung von Kindern in einer zunehmend digitalen Welt zu stärken.
Ein zentrales Element des Fachtags war zudem der „Markt der Möglichkeiten“, der über den gesamten Tag hinweg Raum für Austausch, Vernetzung und Einblicke in Best-Practice-Beispiele bot. Hier wurden digitale Tools vorgestellt und konnten ausprobiert werden.
„Die Digitalisierung darf in Kindertageseinrichtungen weder unkritisch übernommen noch grundsätzlich abgelehnt werden“, so David Junghanß vom Organisationsteam des Studiengangs „Leiten und Führen in der Kindheitspädagogik“. „Es geht darum, digitale Medien gezielt als Brücke zu nutzen, um pädagogische Prozesse zu unterstützen. Des Weiteren gilt es gleichzeitig Barrieren zu erkennen und abzubauen sowie Kinder vor Risiken zu schützen.“, so Claudia Fuchs-von Berg, ebenfalls Teil des Organisationsteams.
In Vorbereitung auf den Fachtag wurde bereits deutlich: Die technische Entwicklung verläuft oft schneller als die pädagogische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung. Viele Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, auf diese Dynamik flexibel und zugleich verantwortungsvoll zu reagieren. Entsprechend groß ist der Bedarf an wissenschaftlich fundierter Orientierung, gemeinsamen Austausch und praxisnahen Impulsen.
Die positive Resonanz zeigte sich insbesondere in den intensiv geführten Austauschrunden: Die Teilnehmenden diskutierten ihre Erfahrungen offen und praxisnah. Deutlich wurde dabei, dass die Einrichtungen sehr unterschiedliche Entwicklungsstände in der Digitalisierung aufweisen – während einige bereits weit fortgeschritten sind, stehen andere noch am Anfang. Gerade dieser Austausch auf Augenhöhe ermöglichte es, voneinander und miteinander zu lernen sowie konkrete Anregungen für die eigene Praxis mitzunehmen.
Der Bachelorstudiengang „Leiten und Führen in der Kindheitspädagogik“ an der Fachhochschule Erfurt qualifiziert für Führungspositionen in der frühkindlichen Bildung und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit managementbezogenen Kompetenzen.
E-Mail: digitale-kita@fh-erfurt.de

