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[eTeach] Austausch zu Lehrinnovationen und KI: Die Fachhochschule Erfurt beim Dialogworkshop

Beim Dialogworkshop „ImDialog“ des eTeach-Netzwerks Thüringen kamen Lehrende, Projektverantwortliche und Geförderte aus Thüringer Hochschulen an der EAH-Jena zusammen, um sich hochschulübergreifend über innovative Lehrkonzepte und die Herausforderungen der digitalen Transformation in Studium und Lehre auszutauschen. Der Tag bot Raum für Vernetzung, praxisnahe Einblicke und die gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen – von KI-gestützten Lehr-/Lernformaten bis hin zu neuen Prüfungs- und Feedbackansätzen.

eTeach-Netzwerk als Entwicklungsraum für die Thüringer Hochschullandschaft

In den Grußworten wurde die Rolle des eTeach-Netzwerks als Plattform für Vernetzung, Wissenstransfer und Innovation betont. Gerade im Kontext von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sei es entscheidend, dass Hochschulen gemeinsame Entwicklungsräume schaffen, um Lehre zukunftsfähig weiterzuentwickeln und Erfahrungen über institutionelle Grenzen hinweg nutzbar zu machen.

Projektpitches und Posterwalk: Sichtbar machen, was Lehre morgen bewegt

Ein zentraler Programmpunkt waren die Projektpitches mit anschließendem Posterwalk. In kurzen Präsentationen wurden zahlreiche Lehrinnovationen aus Thüringen vorgestellt – darunter auch die Fachhochschule Erfurt mit zwei Projekten, die sich im Pitch und im Posterwalk intensiv mit Fragen guter digitaler Lehre, Feedbackqualität und KI-gestützter Unterstützung befassen.

Zwei FHE-Projekte im Fokus

1) Digitale Übungsaufgaben für Stochastik (FHE)
Das Projekt entwickelt digitale Übungsaufgaben für Stochastik in Moodle, die durch Randomisierung wiederholtes Üben ermöglichen und Studierenden individuelles Feedback geben. Geleitet wird das Projekt durch Anja Hausen (FHE). Im Mittelpunkt stehen didaktische und technische Fragen, wie automatisiertes Feedback zugleich zielgerichtet und lernwirksam gestaltet werden kann – und wie Aufgaben zusätzlich visuell unterstützt werden können, um Anschaulichkeit und Verständnis zu erhöhen.

2) KI‑TuProL – KI‑Tutor für projektbasierte Lehre (FHE / UE)
Das kooperative Projekt „KI‑TuProL“ untersucht unter der Projektleitung von Prof. Rolf Kruse (FHE) und Dr. Hasnain Bokhary (UE), wie problem- und projektbasierte Lehr-/Lernformate durch einen KI‑Tutor sinnvoll unterstützt werden können. Der KI‑Tutor soll Studierende fachlich und methodisch begleiten – etwa beim Verstehen von Aufgaben, beim Strukturieren von Projektarbeit, beim Reflektieren des Lernprozesses und beim Entwickeln begründeter Lösungswege. Ziel ist es, KI‑Kompetenz, kritisches Denken, Zusammenarbeit und selbstgesteuertes Lernen nachhaltig zu stärken.

 

Thementische: gemeinsam an Lösungen arbeiten

In mehreren Diskussionsrunden an Thementischen standen aktuelle Fragen der Hochschullehre im Mittelpunkt. Diskutiert wurden u. a.

  • im Arbeitsfeld Künstliche Intelligenz: KI-Souveränität, Qualifizierungsangebote sowie der GenKI-Führerschein,
  • formative Prüfungsformen in Moodle, digitale Prüfungsformate, E‑Portfolios,
  • Future Skills und die Rolle von Reflexion beim Sichtbarmachen von Kompetenzen,
  • studentische Partizipation (u. a. Persona‑Methode) sowie
  • Transfer, Verstetigung und nachhaltige Nutzung von Projektergebnissen.

Gerade diese dialogorientierten Formate machten deutlich, wie wertvoll der Austausch über unterschiedliche Hochschulkontexte hinweg ist – und wie aus geteilten Erfahrungen konkrete nächste Schritte entstehen können und wie wichtig eine digitale Brücke zur Bereitstellung von Informationen und Ergebnissen ist (Die Good Practice Platform).

Talks@eTeach: KI-Kompetenzen als Zukunftsfrage

Ein weiterer Höhepunkt war eine Ausgabe von Talks@eTeach unter dem Titel „KI‑Kompetenzen für morgen: Warum Hochschulen jetzt dringend handeln müssen“. Der Vortrag von Prof. Dr. Dirk Schmalzried (EAH) machte deutlich, dass KI-Systeme in vielen Bereichen bereits ein sehr hohes Leistungsniveau erreicht haben – mit Konsequenzen für Berufsbilder, Prüfungsformate und die Frage, welche Kompetenzen Studierende künftig benötigen. Neben technischem Verständnis wurden insbesondere Innovationsfähigkeit, Transformationskompetenz, rechtliche Kenntnisse und Resilienz als zentrale Zukunftskompetenzen hervorgehoben. Diskutiert wurde zudem, wie Prüfungen stärker kompetenz- und prozessorientiert gestaltet werden können, um einen souveränen Umgang mit KI sichtbar und bewertbar zu machen.

Fazit: Lehrinnovation braucht Kooperation – und Sichtbarkeit

Der Dialogworkshop zeigte eindrücklich, welches Potenzial in der Thüringer Hochschullehre entsteht, wenn Ideen, Expertise und Erfahrungen hochschulübergreifend zusammengeführt werden. Für die Fachhochschule Erfurt war die Veranstaltung zugleich eine wichtige Gelegenheit, eigene Entwicklungsarbeiten sichtbar zu machen, Impulse mitzunehmen und Partnerschaften zu stärken.