Navigation überspringen
  1. Sie sind hier:

Dritte Orte zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Demokratie in der Stadtentwicklung

Ziele und Vorgaben

Das Projektvorhaben zielt darauf ab, die Potenziale und Hemmnisse von „Dritten Orten“ zur Förderung von Demokratie, Teilhabe und Nachhaltigkeit am Beispiel von Bibliotheken und Stadtteilzentren für drei Fallstädte in Thüringen unterschiedlicher Größe zu erschließen und zu analysieren. 

In enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern und weiteren lokalen Akteuren aus den Fallstädten Erfurt, Eisenach und Schmalkalden werden analoge und digitale Experimentier-, Austausch- und Beteiligungsformate entwickelt, erprobt und evaluiert. Zugleich werden die Perspektiven unterschiedlicher Nutzer:innengruppen sowie lokaler Praxispartner einbezogen, um Teilhabe, Begegnung und Mitgestaltung aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen. Der Fokus wird dabei insbesondere darauf liegen, inwiefern die Experimentier-, Austausch- und Beteiligungsformate geeignet sind, Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die bisher oft unzureichend angesprochen werden.

Die Forschungserkenntnisse sollen in einer Toolbox „Dritte Orte für Nachhaltigkeit und Demokratie“ verarbeitet und einer breiten Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Zudem sind wesentliche Ziele, langfristige Kooperationen zwischen Praxispartnern, weiteren städtischen und regionalen Akteuren sowie der Hochschule auszubauen und weiterzuentwickeln sowie Verstetigung in der Praxis und in weiterer angewandter Forschung und darüber hinaus zu ermöglichen

Innovationsansatz

Das Vorhaben „Dritte Orte zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Demokratie“ setzt mit einem innovativen Ansatz zur Nutzung und Weiterentwicklung von Bibliotheken und Stadtteil-zentren als „Dritte Orte“ an. Es werden Potenziale „Dritter Orte“ für Nachhaltigkeit und demokratische Teilhabe erschlossen, die wechselseitige Verknüpfung von demokratischer Teilhabe und Nachhaltigkeit betrachtet, Ko-Kreation mit Praxis- und Kooperationspartnern genutzt und innovative Experimentier-, Austausch- und Beteiligungsformate mit erweiterter Raumperspektive sowohl in analogen (Gebäude, Quartier, öffentliche Freiräume) als auch in digitalen (Metaverse-)Räumen einbezogen. Das Forschungsprojekt ist nicht nur auf lokaler, sondern auch auf Länder- und Bundesebene von hoher Relevanz. Die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern stellt sicher, dass die entwickelten Ansätze anwendungsnah sind und reale Transformationsprozesse in Bibliotheken und Stadtteilzentren unterstützen.

Aufgabenfelder

Zu Projektbeginn erfolgt eine systematische Literaturanalyse (Systematic Literature Review), in der der aktuelle Forschungsstand zu „Dritten Orten“ sowie deren Beitrag zu Nachhaltigkeit und Demokratie betrachtet wird. Ergänzend werden Good-Practice-Beispiele aus dem nationalen und internationalen Kontext identifiziert und analysiert.

Darauf aufbauend werden in drei Fallstudien (Erfurt, Eisenach und Schmalkalden) konkrete institutionelle, räumliche und organisatorische Bedingungen sowie bestehende Nutzungs- und Beteiligungsformen untersucht. Ergänzend werden Expert:inneninterviews sowie weitere qualitative Erhebungen durchgeführt, um Perspektiven aus Praxis und Wissenschaft einzubeziehen.

Die Ergebnisse der Analysen bilden die Grundlage für die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation analoger und digitaler Beteiligungs- und Austauschformate in Kooperation mit den Praxispartnern. Die Erkenntnisse werden abschließend in einer Toolbox sowie in wissenschaftlichen und praxisorientierten Publikationen aufbereitet. Der regionale und bundesweite Transfer erfolgt zusätzlich über (über-)regionale Multiplikatoren, Workshops, Fachveranstaltungen und Lehrformate.

Wissenschaftlicher Beitrag

Das Projekt leistet einen Beitrag zur inter- und transdisziplinären Forschung zu „Dritten Orten“ als soziale, kulturelle und demokratische Infrastrukturen. Es erweitert bestehende Forschungsansätze, indem analoge und digitale Beteiligungsformate miteinander verknüpft und deren Potenziale für Nachhaltigkeit, Demokratie und soziale Teilhabe empirisch untersucht werden. Durch die Kombination von Literaturanalysen, (inter)nationalen Good- Practice-Beispielen, Fallstudien sowie der ko-kreativen Entwicklung und Erprobung innovativer Formate entstehen neue Erkenntnisse über Wirkmechanismen, Potenziale und Hemmnisse „Dritter Orte“. Damit trägt das Projekt sowohl zur theoretischen Weiterentwicklung des Forschungsfeldes als auch zur praxisorientierten Gestaltung zukunftsfähiger sozialer Infrastrukturen bei. Wissenschaftliche Beiträge werden durch Publikationen in einschlägigen (inter-)nationalen Fachzeitschriften und Fachkonferenzbeiträge geleistet.

Praxispartner

Assoziierte Partner