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Bilder, die nie waren – Generative KI als Herausforderung für die historisch-politische Bildung

KI-generierte Fake-Bilder, die vermeintlich Szenen aus den nationalsozialistischen Lagern zeigen, fluten das Internet. Auch andere historische Epochen werden mit KI-generierten Visualisierungen reimaginiert. Die Motivlage hinter diesen Generierungen ist komplex. Der Impuls-Vortrag ordnet sie ein, beschreibt daraus entstehende Herausforderungen für die historisch-politische Bildung und fragt danach, wie wir zukünftig mit visuellen Leerstellen der Erinnerungskultur umgehen können. 

Clara Mansfeld ist Mitarbeiterin in der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte und dort in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit zuständig für die strategische Weiterentwicklung und Koordinierung der digitalen Projekte sowie digitale Kommunikation. Zuvor hat sie bereits an verschiedenen anderen Gedenkstätten gearbeitet und war von 2017 bis 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Europäischen Kolleg der Friedrich- Schiller- Universität Jena. Sie gehört zu den Mit-Initiator:innen der Offenen Briefes „Konsequentes Vorgehen gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen auf Social-Media-Plattformen.

Vortragsreihe:

Zeitzeugenschaft / Geschichtsbilder / Deutungsmacht. (Wie) verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit? – unter diesem Titel steht eine neue virtuelle Vortragsreihe, zu der die Professur für Digital Humanities und hybride Bildungs- und Kommunikationsräume an der Universität und der Fachhochschule Erfurt zusammen mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden Hamburg von Juni bis Oktober 2026 einlädt.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern grundlegend, wie wir Vergangenheit erforschen und verstehen. Durch die automatische Auswertung riesiger Datenmengen, Mustererkennung in Texten und Bildern und die Erzeugung von Inhalten eröffnen sich neue Formen der Wissensproduktion und wandelt sich unser Quellenverständnis. Der Einsatz von KI erfordert neue Formen der Quellenkritik und ein Bewusstsein für Grenzen und Macht algorithmischer Systeme. Im Rahmen der Vortragsreihe sollen verschiedene Aspekte betrachtet werden: KI und Holocaust Education, Potenziale des Machine Learning bei der Analyse von Emotionen in Selbstzeugnissen zum Holocaust, der Einsatz von KI bei der Strukturierung historischer Forschungsdaten sowie KI-generierte Bilder im Kontext jüdischer Geschichte und des Holocaust auf Social Media.

Leitend sind dabei die Fragen: Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für die Wissensproduktion? Wie verändert sich unser Quellenverständnis? Welche Herausforderungen und Gefahren entstehen? Wie verändern sich Geschichtsbilder und wie verändert sich unser Verständnis von Vergangenheit?

Termine:

Donnerstag, 25. Juni 2026, 13–14 Uhr
Der Zeuge in der Maschine: Künstliche Intelligenz und Holocaust Education
Esther Rachow (Hebräische Universität Jerusalem, MEMORISE-Projekt)

Donnerstag, 2. Juli 2026, 13–14 Uhr
KI und Emotionen: Potenziale und Herausforderungen digitaler Verfahren für die Analyse von Emotionen und Sentimenten in Selbstzeugnissen zum Holocaust
Nina Brolich (Universität Erfurt / Fachhochschule Erfurt) / Helena Geibel (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)

Donnerstag, 10. September 2026, 13–14 Uhr
Vom Archivkarton zum Datensatz: Die KI-gestützte Strukturierung der Erna Magnus Collection
Daniel Burckhardt (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam)

Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13–14 Uhr
Bilder, die nie waren – Generative KI als Herausforderung für die historisch-politische Bildung
Clara Mansfeld (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

Die Einwahldaten zu den Veranstaltungen werden jeweils nach der Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de verschickt.