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Der Zeuge in der Maschine: Künstliche Intelligenz und Holocaust Education

Künstliche Intelligenz (KI) ist eine sich schnell entwickelnde Technologie, die das Potenzial hat, historisches Wissen grundlegend zu verändern. Dieser Vortrag untersucht den Einsatz von KI im Bereich der Holocaust-Bildung mit einem besonderen Schwerpunkt auf ihren Potenzialen und Begrenzungen in der Weitergabe der jüdischen Perspektive und des historischen Wissens über den Holocaust. 

Esther Rachow ist Doktorandin am European Forum der Hebräischen Universität in Jerusalem, wo sie zu neuen Paradigmen der Holocaust Education im digitalen Zeitalter forscht. Zuvor war sie in verschiedenen leitenden Positionen an der International School for Holocaust Studies, der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem tätig. Gegenwärtig forscht sie als eine der leitenden
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Horizon EU Forschungsprojektes MEMORISE zu den ethischen und pädagogischen Implikationen der Virtualisierung und multimodalen Erkundung des Erbes der NS-Verfolgung.

Vortragsreihe:

Zeitzeugenschaft / Geschichtsbilder / Deutungsmacht. (Wie) verändert KI unser Verständnis der Vergangenheit? – unter diesem Titel steht eine neue virtuelle Vortragsreihe, zu der die Professur für Digital Humanities und hybride Bildungs- und Kommunikationsräume an der Universität und der Fachhochschule Erfurt zusammen mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden Hamburg von Juni bis Oktober 2026 einlädt.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern grundlegend, wie wir Vergangenheit erforschen und verstehen. Durch die automatische Auswertung riesiger Datenmengen, Mustererkennung in Texten und Bildern und die Erzeugung von Inhalten eröffnen sich neue Formen der Wissensproduktion und wandelt sich unser Quellenverständnis. Der Einsatz von KI erfordert neue Formen der Quellenkritik und ein Bewusstsein für Grenzen und Macht algorithmischer Systeme. Im Rahmen der Vortragsreihe sollen verschiedene Aspekte betrachtet werden: KI und Holocaust Education, Potenziale des Machine Learning bei der Analyse von Emotionen in Selbstzeugnissen zum Holocaust, der Einsatz von KI bei der Strukturierung historischer Forschungsdaten sowie KI-generierte Bilder im Kontext jüdischer Geschichte und des Holocaust auf Social Media.

Leitend sind dabei die Fragen: Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für die Wissensproduktion? Wie verändert sich unser Quellenverständnis? Welche Herausforderungen und Gefahren entstehen? Wie verändern sich Geschichtsbilder und wie verändert sich unser Verständnis von Vergangenheit?

Termine:

Donnerstag, 25. Juni 2026, 13–14 Uhr
Der Zeuge in der Maschine: Künstliche Intelligenz und Holocaust Education
Esther Rachow (Hebräische Universität Jerusalem, MEMORISE-Projekt)

Donnerstag, 2. Juli 2026, 13–14 Uhr
KI und Emotionen: Potenziale und Herausforderungen digitaler Verfahren für die Analyse von Emotionen und Sentimenten in Selbstzeugnissen zum Holocaust
Nina Brolich (Universität Erfurt / Fachhochschule Erfurt) / Helena Geibel (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)

Donnerstag, 10. September 2026, 13–14 Uhr
Vom Archivkarton zum Datensatz: Die KI-gestützte Strukturierung der Erna Magnus Collection
Daniel Burckhardt (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam)

Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13–14 Uhr
Bilder, die nie waren – Generative KI als Herausforderung für die historisch-politische Bildung
Clara Mansfeld (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

Die Einwahldaten zu den Veranstaltungen werden jeweils nach der Anmeldung unter kontakt@igdj-hh.de verschickt.