University of Applied Sciences Erfurt - Transport and Communications

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Transport and Communications

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Schienenverkehr, insb. Planung von Verkehrsangeboten

Der Schienenverkehr konnte seit der Bahnreform, die 1994 eingeleitet wurde, seine Bedeutung zunehmend ausbauen. So waren in den letzten Jahren im Schienengüterverkehr bedeutende Zuwächse der Transportleistung auf der Schiene zu verzeichnen. Insbesondere die Seehafenhinterlandverkehre haben hier zu bedeutenden Steigerungen des Verkehrsaufkommens und der Verkehrsleistung beigetragen. Aber auch im Schienenpersonennahverkehr steigt die Nachfrage seit der Regionalisierung 1996 deutlich an. Der Markt in diesen beiden Segmenten zeichnet sich durch einen immer stärkeren Wettbewerb aus.

Die Bedeutung der Schienenverkehre wird in den nächsten Jahren angesichts des steigenden globalen Warenaustausches und der begrenzten Kapazitäten der Straße weiter deutlich zunehmen. Aber auch die Umweltprobleme der Ländern und Städte, ausgelöst durch Lärm, Feinstaubbelastung und Schadstoffausstoß, tragen mit dazu bei, dass die Schiene als umweltfreundlicher Verkehrsträger stärker nachgefragt wird.

An der Fachhochschule Erfurt werden sowohl Studenten des Studiengangs Eisenbahnwesen (dual und grundständig) als auch Wirtschaftingenieurstudenten mit dem Schwerpunkt Verkehr und Transport sowie Verkehrsinformatiker zu Themen des Schienenverkehrs ausgebildet. Hierbei soll ein umfassendes Verständnis für die grundlegenden Zusammenhänge der Entwicklung des Marktes, die technischen Voraussetzungen für ein leistungsfähiges Verkehrssystem und die Planung und Betriebsdurchführung vermittelt werden. Betrachtet wird sowohl der Schienenverkehr als auch der öffentliche Personennahverkehr auf Straße und Schiene. Weitere Verkehrsträger (Radverkehr, Luft und Schiffsverkehr) ergänzen das Lehrangebot und dienen einem besseren Verständnis von Möglichkeiten der Verkehrsverlagerung und -gestaltung.

Im Fachgebiet Schienenverkehr werden spezifische Kenntnisse in den folgenden Bereichen gelehrt:

  • Grundlagen Verkehrsträger
  • ÖPNV
  • Regionale Verkehrsgestaltung, öffentliche Verkehre
  • Infrastrukturplanung- und –bau
  • Schienenfahrzeugtechnik
  • Verkehr und Umwelt 

Damit sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden:

  • Verkehrsträger im Bezug auf ihre Systemeigenschaften zu bewerten und in Abhängigkeit der Transportaufgabe eine fundierte Auswahl zu treffen
  • Öffentliche Verkehre auf Straße und Schiene zu planen und betriebliche Optimierungen vorzunehmen
  • Entwicklungstrends auf dem Gebiet des Schienenverkehrs und ÖPNV zu erkennen und zu bewerten
  • Auswirkungen der Verkehre auf die Umwelt und die Infrastruktur zu analysieren und beurteilen
  • Maßnahmen zur Stärkung umweltfreundlicher Verkehre zu ergreifen
  • Schieneninfrastruktur zu analysieren, ihren Aufbau zu verstehen und im Hinblick auf die modernen Anforderungen im Hinblick auf die wirtschaftliche Lebensdauer und betriebliche Leistungsfähigkeit zu optimieren

Forschungsschwerpunkte am Fachgebiet:

  • Mobilität in ländlichen Räumen (Projektleitung EURUFU zur Erhaltung einer Alltagsmobilität in der Kyffhäuser-Region; Studentenprojekt zur touristischen Mobilität in der Kyffhäuser-Region)
  • Lärmforschung bei Straßenbahnen (in Zusammenarbeit mit der EVAG)
  • Radverkehr in Fußgängerzonen 
  • Kostenloser ÖPNV

Exkursionen tragen dabei zu einer anschaulichen Lehre bei:

Exkursionsbericht Schweiz 2017:

Anfang Mai 2017 reisten 13 Studierende des Studiengangs ʺWirtschaftsingenieur Eisenbahnwesenʺ zusammen mit Prof. Große für eine Woche in die Schweiz, um durch eine Fachexkursion Einblicke in das, bezüglich öffentlichem Verkehr, als vorbildlich geltende Land zu erhalten.

Die Reise begann mit einer Besichtigung der Baustelle des neuen Bözberg‑Eisenbahntunnels. Der Tunnel ist Teil eines zukünftigen Nord-Süd-Korridors auf der Gotthard-Achse für Güterzüge, welche Lkw mit einer Eckhöhe von 4m transportieren können. Der Zeitpunkt des Besuchs war ideal, da die Tunnelbohrmaschine (TBM) noch nicht in den durch bergmännischen Vortrieb ausgebrochenen ersten Abschnitt eingeführt war und somit von allen Seiten betrachtet werden konnte. Die knapp 2 000 Tonnen schwere TBM ist mit einem Bohrkopf von über 12m Durchmesser ausgerüstet.

Nächste Station war Erstfeld, wo bei einem Besuch des Depots von SBB-Historic anhand von historischen Fahrzeugen die Entwicklung und Besonderheiten von Gotthard-Eisenbahnfahrzeugen erläutert wurden. Auf der anschließenden Fahrt über die Gotthard-Nordrampe konnte die Kirche von Wassen aufgrund der Kehrschleifen von drei verschiedenen Seiten bewundert werden. Bei einer Führung durch das Wasserkraftwerk der SBB in Wassen konnte Einsicht in den für die Stromversorgung des Bahnverkehrs am Gotthard wichtigen Stromlieferanten gewonnen werden.

Die Reise führte weiter in die Ostschweiz zur SOB (Südostbahn). Mittels Vorträgen und dem Besuch von Betriebsleitzentrale und Instandhaltungsanlage konnte ein guter Überblick über das Funktionieren dieser normalspurigen Bahngesellschaft erlangt werden. Führerstandsmitfahrten waren ein Highlight des Besuches.

In der Westschweiz stand der Besuch bei der TPF (Transport public fribourgeois) und der Metro Lausanne auf dem Programm.

Das Unternehmen TPF beeindruckte durch seine Vielfalt: Eisenbahn‑Regionalverkehr in Normal- und Schmalspur, sowie umfangreicher Busbetrieb mit Trolleybussen, Duobussen und Dieselfahrzeugen. Sogar eine mit Abwasser betriebene Standseilbahn findet sich in ihrem Portfolio.

Die Besonderheit bei der Metro Lausanne ist, dass es sich bei der Linie M2, welche 2008 in Betrieb genommen wurde, um eine vollautomatisierte, gummibereifte Metro ohne Triebfahrzeugführer handelt, deren Bahnsteigkantensicherung mit Bahnsteigtüren erfolgt.

Durch die obligatorischen vier Exkursionstage erhalten die Studierenden die Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse mit Informationen aus den vielfältigen Anwendungsgebieten des Verkehrs- und Transportwesens zu ergänzen. Die Fachexkursionen werden maßgeblich durch die Studierenden selbst organisiert und mit fachlichen Vorträgen ergänzt.

 

Exkursionsbericht Schweiz 2015:

Vom 21.4. bis 25.4.2015 besuchten Bachelorstudenten des Studiengangs Eisenbahnwesen im Rahmen einer Fachexkursion Unternehmen des Bahnbetriebs, der Fahrzeug- und Verkehrstechnik in der Schweiz.

Am Anreisetag stand der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail AG in Altenrhein auf dem Programm, welcher den Studierenden nach Informationen zur Unternehmensentwicklung bei einem Rundgang Einblicke in die Produktionsprozesse der Fahrzeuge ermöglichte. Von der Schweißung der Zugrahmen über die Verkleidung und Lackierung der Wagenkästen bis hin zu deren Inneneinrichtung wurden alle Schritte detailliert erklärt.

Der kommende Tag wurde von der Rhätischen Bahn organisiert und ausgestaltet. Zum Auftakt konnte die Hauptwerkstatt des Unternehmens in Landquart besichtigt werden. Anschließend fuhr die Gruppe auf einer Rundreise mit Zügen der Rhätischen Bahn mehrere interessante Punkte in Graubünden an. Erster Zwischenhalt war der Autoverlad in Sagliains, welcher dem Schienentransport von Kraftfahrzeugen durch den Vereinatunnel dient und dessen Technik den Studenten präsentiert wurde. Nächste Station war das Güterumschlagszentrum Samedan, welches u.a. dem Containerumschlag zwischen Straße und Schiene dient, der von den LKW Fahrern in Eigenregie durchgeführt wird. Zum Erreichen dieses Terminals wurde der Gruppe ein Glacier-Express-Panoramawagen, gezogen von einer Rangierlok, bereitgestellt. Letzter Besichtigungspunkt war die Baustellenlogistik für den Bau des zweiten Albulatunnels. Die Rückfahrt nach Chur führte über die berühmte Albulastrecke, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, mit ihren unzähligen Kunstbauten.

Der dritte Exkursionstag diente der Besichtigung des Flughafens Zürich mit seinem hochkomplexen System für die Gepäcklogistik und seiner vollautomatisch betriebenen Luftkissenbahn. Im Anschluss ermöglichte die Schweizerische Bundesbahn Einblicke in die Funktionsweise der Betriebszentrale Ost.

Der Folgetag begann mit einer Besichtigung der Werkstatt der Pilatusbahn, der mit bis zu 48% Steigung steilsten Zahnradbahn der Welt. Interessant hier war die besondere Technik, wie außenliegende Spurkränze und Weichen, die um die Längsachse gedreht werden. Das von Ingenieur Locher entwickelte Zahnstangensystem mit horizontalem Eingriff ermöglicht seit über 125 Jahren die Befahrung der Bergstrecke.

Später standen die Verkehrsbetriebe Luzern auf dem Programm, die den Studenten spannende Einblicke in die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit von O-Bussen sowie in die Technik der Oberleitungsweichen ermöglichten.

Zum Abschluss des Tages hatte die Gruppe die Gelegenheit, einen Vortrag von Werner Wildener, dem Erfinder und Planer des Projektes „Bahn 2000“, zu erleben und mit ihm zukünftige Strategien für die Bahnen in Deutschland zu diskutieren.

Den Abreisetag nutze die Studentengruppe, um im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern sich über sämtliche Verkehrsträger zu informieren und spannende Experimente durchzuführen.

Die Exkursion ist ein regulärer Bestandteil des Studiums und trägt zum besseren Verständnis der in der Theorie gelernten Inhalte bei. Gleichzeitig hilft sie Unterschiede zwischen verschiedenen Unternehmen zu verstehen und zu bewerten. Die Studierenden waren maßgeblich an der anspruchsvollen Organisation beteiligt.

Alle Exkursionen im Überblick:

  • 2017: Exkursion in die Schweiz
  • 2016: Exkursion nach Paris
  • 2015: Exkursion in die Schweiz
  • 2014: Exkursion nach Prag, Zilina, Strbske Pleso, Velim
  • 2013: Exkursion nach Wien
  • 2012: Exkursion nach Prag und zum Rangierbahnhof Nymburk
  • Jährlich: Besuch der Weichenwerkes in Gotha im Rahmen der Lehrveranstaltung Infrastrukturplanung und -bau
  • 2011: Besuch des AWO Bürgerbusses in Saalfeld im Rahmen eines Studentenprojektes
  • 2010: Exkursion nach Königsborn und Schkeuditz
    • Besuch der Langschienenproduktion bei Thyssen Krupp Langschiene
    • Besuch der Schwellenaufarbeitung der DB Bahnbau Gruppe GmbH
    • Besuch des Maschinenpools der Gleisbaumaschineninstandhaltung der DB Bahnbau Gruppe GmbH
    • Besuch der Schwihag GmbH mit Produktion von Kleinteilen für die Schieneninfrastruktur in Schkeuditz
  • 2010: Besuch des BMW-Werkes Leipzig
  • 2010: Besuch des Instandhaltungswerkes der DB Regio AG, Erfurt
  • 2010: Besuch der Gleisbaustelle (Tunnelbau und Brückenbau) auf der Neubaustrecke Erfurt – Nürnberg in Goldisthal im Thüringer Wald
  • 2010: Besichtigung der Zentrale Netz Notfalltechnik in Fulda
  • 2009: Exkursion nach Nürnberg
    • Besuch des Ausbesserungswerkes für Gleisbaumaschinen der DB AG in Nürnberg;
    • Erleben einer Gleisbaustelle;Mitfahrt auf einer Richt- und Stopfmaschine sowie einem Schotterpflug
    • Fahrerloser U-Bahn-Betrieb in Nürnberg
  • 2009: Exkursion zur Höllentalbahn im Rahmen eines Studentenprojektes
  • 2008: Exkursion zu Instandhaltungswerken in Erfurt
  • Besuch der EVAG in Erfurt (Straßenbahnbetriebshof)
  • Besuch der Erfurter Bahn (Leitstelle, Instandhaltung, Betriebshof)
Cargotram (Quelle: Fachrichtung Verkehrs- und Transportwesen)
Transrapid Zug(Quelle: Fachrichtung Verkehrs- und Transportwesen)
Transrapid Lok (Quelle: Fachrichtung Verkehrs- und Transwortwesen)
Hauptbahnhof Erfurt aus Richtung Schillerstraße kommend (Quelle: Fachrichtung Verkehrs- und Transportwesen)

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