Musterzimmer #06 – 2026
Aufgabe und Methode
Design-Built-Projekte im Landlab Schloss Wiehe haben an der FH Erfurt bereits eine Tradition. In vergangenen Semestern wurden bereits die ersten fünf Projekte im Schloss durch Studierende realisiert. Die Bachelorarbeit im SoSe 2026 stellt sich der Aufgabe, ein weiteres Musterzimmer zu entwerfen, zu planen und realisieren. In den ersten Wochen arbeiten wir intensiv im Team und begleitet durch die betreuenden Lehrkräfte an der Hochschule. Parallel dazu besuchen wir das Schloss Wiehe im Kyffhäuserkreis und führen vor Ort eine Bestandsanalyse durch.
Früh stellt sich die Frage nach der zukünftigen Nutzung: Wer verbringt eigentlich Zeit in einem Schloss? Diese Frage bleibt bewusst offen. Ziel ist es, sich nicht von Beginn an auf eine konkrete Alters- oder Nutzergruppe festzulegen, sondern Raum für unterschiedliche Szenarien zu lassen.
Entwurf
Alle 11 Teilnehmenden beschäftigen sich mit Referenzen als best practice entwickeln und dann einen Entwurf mit einem spezifischen Nutzungsszenario für ein Zimmer im Schloss. Aus den Entwürfen wird dann in der Gruppe eine Lösung in einem Abwägungsprozess aufgrund von gemeinsam entwickelten Kriterien ausgewählt.
Bereits bei der ersten Begehung offenbart sich der natürliche Lichteinfall als besondere Qualität des Schlosses und wird zum leitenden Entwurfselement des finalen Projektes. Es entstehen zwei Nutzungseinheiten, die optimal belichtet werden und gemeinsames Arbeiten an Kunstprojekten ermöglichen. Das Herzstück bildet eine kompakte Raumbox im Zentrum, die einen fließenden Rundlauf ermöglicht. Sie integriert ein klappbares Bett, eine Nachttischnische, Stauraum, Zugang zur Nasszelle und die gemeinsame Teeküche.
Material
Die Box aus heller Fichten-Dreischichtplatte nimmt das Tageslicht weich auf. Chromfarbene Details greifen die vorhandenen Elemente im Raum auf und verbinden alt und neu. Außen bleibt die Gestaltung zurückhaltend, im Inneren der Box setzt das rote der Fliesen einen Kontrast.
Baustelle und Prozesse
Das Arbeiten und Leben auf dem Schloss ist weniger von Prunk als vom Baustellenalltag geprägt. Für zehn Wochen lebt und arbeitet ein Team aus elf Personen vor Ort, um die Abschlussarbeit direkt umzusetzen. Die räumliche Nähe ermöglicht eine intensive Projektarbeit, bringt jedoch organisatorische, soziale und zeitliche Herausforderungen mit sich.
Der gemeinsame Alltag auf engem Raum erfordert Abstimmung und Flexibilität. Gleichzeitig entstehen enge Verknüpfungen zwischen Austausch, Entscheidungsfindung und praktischer Umsetzung. Unter begrenzten Planungs- und Ressourcenbedingungen müssen Prozesse laufend angepasst werden, um den konzeptionellen Kern des Entwurfs zu sichern.
Beteiligte
Betreuung/Kommission:
Prof.em. Jutta Bechthold, Prof.em. Jockel Deckert, Prof. Philipp Krebs
Bearbeitung:
Josefine Blecke, Aliya Guck, Marie Habekost, Pacey Hagemann, Marie Hartung, Jasmin Hödle, Alexander Kupfer, Nele Ludwig-Morell, Almut Neußner, Veronika Scherg
Lea Uhl