Fachhochschule Erfurt - Fachrichtung Soziale Arbeit

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Fachhochschule Erfurt - Fachrichtung Soziale Arbeit

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Prof. Dr. Gesine Spieß - Zur Person

Kurzer wissenschaftlicher Werdegang

Gesine Spieß, geb. 1945, Doktorin der Erziehungswissenschaft, Universität Düsseldorf, Lehrerin, wissenschaftliche Mitarbeit DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft), Leiterin der Frauenbüros in Solingen und Düsseldorf, Bundessprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbeauftragten. Seit 1994 Professorin an der Fachhochschule Erfurt / UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE mit den Schwerpunkten Kindheit, Sozialisation und Geschlechterverhältnis (Gender Studien). Mitglied des Senats bzw. Konvents und Fachbereichsrats. Mitarbeit am Aufbau und an der Praxis der Hochschulpartnerschaft zwischen der FH Erfurt und der Universität Jamia Millia Islamia Delhi. Untersuchungen und Veröffentlichungen u.a. zu den Themen Geschlecht und Führung, Sozialisation, Ost-West (Vergleich), Gender in Lehre und Didaktik. Durchführung von Gender Trainings an Universitäten und Ministerien. Konzeptionelle Mitarbeit an der Entwicklung des BA "Erziehung und Bildung von Kindern". Zusammenarbeit mit den Universitäten Graz und Wien zu Gender Studies. Umfangreiche Vortragstätigkeit im gesamten Bundesgebiet zu Themen wie Geschlechterpolitik und Gender Mainstreaming.

Exemplarische Darstellung von Lehrinhalten

Lehrveranstaltungen zum Thema Individuum und Gesellschaft:

  • Sozialisation und Erziehung
  • "Mensch Mutter- zu den Konzepten von Mütterlichkeit und Väterlichkeit
  • Kindheit
  • Häusliche Gewalt
  • Schlüsselkompetenzen

Lehrveranstaltungen zu Gender:

  • Gleichheit und Differenz - Eine Einführung
  • Frauen- und Mädchenarbeit in der Sozialen Arbeit
  • Gender Mainstreaming - Instrument der Chancengleichheit
  • Sexualität und Macht
  • Gendertraining (als Blockveranstaltung u.a. im "Gender-Duo")

Praktikumsbezogene Lehrveranstaltungen:

  • Praxisbegleitung
  • Praxisvorbereitung
  • Frauen- und Mädchenprojektarbeit - ein Ost-West- Vergleich (Vergleich zwischen der FH Esslingen und Erfurt)

Lehrprojekte zum internationalen Studienaustausch:

  • Vorbereitungsseminar zum Studienaustausch mit der Partneruniversität JAMIA MILLIA ISLAMIA, New Delhi sowie regelmäßige Exkursionen nach Neu Delhi zur Partneruniversität
  • Begleitveranstaltung des Besuchs der Partneruniversität JAMIA MILLIA ISLAMIA in Erfurt

Forschungstätigkeiten und Projekte (der letzten 10 Jahre)

Themen/Inhalte:

  • Studie zur politischen Bildung von Frauen in den neuen Bundesländern (Böll- Stiftung1997)
  • Geschlecht und Führung (Deutscher Städtetag 1998 - 2000)
  • "Multimedia-Module zum ‚Thema Differenz': Ein propädeutisches Projekt zur Verbesserung der Lehre" (1997 - 1998)
  • Forschungen in Osteuropa zum Thema Gender Studies ( Im Jahr 2000 St. Petersburg, Posen, Warschau, Krakau, Prag, Brunn und Wien)
  • Gender in Lehre und Didaktik im internationalen Vergleich (seit 2000 in Wien, Graz, Linz, Delhi, Prag, Warschau) und Entwicklung von hochschuldidaktischen Modellen des Gender Trainings als Instrument der Entwicklung von Genderkompetenz und Umsetzung von Gender Mainstreaming

Forschungs- und Projektsettings:

Studie zur politischen Bildung von Frauen in den neuen Bundesländern (1997)

In der von Prof. Dr. Cillie Rentmeister und mir angefertigte Studie ging es um die Aktivitäten zur politischen Bildung für Frauen. Dabei standen Fragen zur Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und zum politischen Bewusstsein im Mittelpunkt des Interesses. Außerdem ging ein Ost-West Vergleich in die Fragestellungen ein. In offenen Interviews wurden Mitarbeiterinnen von Thüringer Bildungseinrichtungen und Frauenprojekten (Erfurt, Jena, Eisenach) u.a. zu politischen Begriffen wie Feminismus, Emanzipation und zum Gender Development befragt. Die Untersuchung wurde von der Böll- Stiftung, Weimar, gefördert.

"Multimedia-Module zum ‚Thema Differenz': Ein propädeutisches Projekt zur Verbesserung der Lehre" (1997 bis 1998)

Das von Prof. Dr. Rentmeister und mir durchgeführte Forschungsprojekt wurde durch das Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Zuwendung, HSP III) unterstützt. Ziel war die Verbesserung der Lehrqualität unter der Mitwirkung von Studierenden. Zielgruppe waren Studierende und Lehrende in den Fächern Sozialwesen/Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Studierende entwickelten und produzierten eine multimediale, interaktive Informationssoftware (auf CD-ROM) in Zusammenarbeit mit externen ExpertInnen (SoziologInnen, Trainerin, Rechtsanwältin, Betriebsrätin; ProgrammiererIn, Interface-DesignerIn, UserTesterInnen). In arbeitsteiligen Teams wurden alle Stadien einer Multimedia-Produktion erarbeitet: Konzeptionierung, Flussdiagramm, Authoring, Herstellung und Screendesign, Realisierung des Infospiels mittels Autorensoftware, Usertesting, Produktion auf CD-ROM u.a. zum Thema sexuelle Belästigung (im öffentlichen Raum, in der Lehre und im Betrieb).

Geschlecht und Führung (1998 - 2000)

Die Studie im Auftrag des Deutsches Städtetags, in der vierzehn Hauptverwaltungsbeamtinnen und Beamte (OberbürgermeisterInnen und OberstadtdirektorInnen) im Zeitraum von 1997 bis 1998 aus den alten und neuen Bundesländern interviewt wurden, ging der Frage nach, wie sich die herkömmliche Geschlechterhierarchien in den Verwaltungen rekonstruieren und sich Geschlechterstereotypen in den administrativer Spitzenpositionen widerspiegeln und auswirken. Zugleich wurde nach den "stillschweigenden Geschlechterannahmen" der Führungskräfte selbst gefragt, die möglicherweise Führung und Steuerung mitbestimmen. Die Interviewten wurden vom Deutschen Städtetag nach den Kriterien Geschlecht, Art des Führungsbereichs (ob "weiblich" oder "männlich" konnotiert) sowie nach der Verteilung neues/ altes Bundesland ausgewählt. Im Sinne qualitativen Vorgehens wurde davon ausgegangen, dass sich auch in zufälligen Interviewsituationen Gesetzmäßiges widerspiegelt und sich in den "verdichteten Prozessen" des Gesprächs generelle Trends erschließen lassen. Der Interviewleitfaden enthielt Fragen nach der "Geschlechterordnung" im Beruf (geschlechtsspezifischen Erwartungen und geschlechtsgebundenen Ratschlägen), Geschlechterverhältnisse im privaten Leben, nach Erfahrungen mit Unterschieden in der Führung nach Geschlecht, nach verborgenen und offenen Geschlechterkonzepten.
Die Gesprächspartnerinnen und -partner wurden durch diese Fragen angeregt, verändert über Geschlechterarrangements und Verhältnisse nachzudenken. Die Untersuchung wurde im Jahr 2000 vom Deutschen Städtetag veröffentlicht.

Forschungsreise Osteuropa zu Gender in Lehre und Didaktik (2000)

Die von mir vom 9.10.2000 bis 25.11.2000 unternommene Forschungsreise zum Thema Gender Studies in Osteuropa (Universitäten St. Petersburg, Posen, Warschau, Krakau, Prag, Brunn und Wien) wurde vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur finanziert (Zuwendung HSP III) und hatte zum Ziel, Theorie und Praxis von Gender Studien in Osteuropa zu erkunden, vom Erfahrungsaustausch zu profitieren und gleichzeitig eine Internationale Fachkonferenz vorzubereiten. Der Austausch mit den Lehrenden von Gender Studien erwies sich als ergiebig, wurden doch die von mir in offenen Interviews gestellten Fragen zur Institutionalisierung von Gender Studien, zur Anwendung des Gender- Diskurses sowie zur Interdisziplinarität weitgehend beantwortet. Die Kontakte und Ergebnisse der Forschungsreise bildeten eine hervorragende Grundlage für den von Prof. Dr. Rentmeister und mir im Jahr 2001 initiierten Fachkongress zum Thema Gender in der Lehre.

Internationaler Fachkongress "Gender November: Gender in Lehre und Didaktik" (FH Erfurt 30.11. - 1.12.2001)

Auch dies Projekt diente der Verbesserung der Lehre und dem Austausch sowie der Vernetzung der eingeladenen WissenschaftlerInnen; es wurde vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur gefördert (Frauen in Forschung und Lehre, Haushalt 01, Kap. 1524 T 684). Kooperationspartnerinnen waren die Landeszentrale für politische Bildung und die Universität Erfurt. Der Fachaustausch fand mit Wissenschaftlerinnen aus Russland, Polen, Tschechien, Österreich und Deutschland statt. Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Fragen nach den Lehr- und Lernbedingungen, um Geschlechterbewusstsein zu wecken und die Qualität der Lehre zu verbessern, nach dem Einsatz der medialen Vermittlungs- und Kommunikationsmethoden und nach positiven Beispielen. Neben dem Fachaustausch diente die Konferenz ?der langfristigen Kooperationsbeziehungen zwischen den beteiligten Hochschulen. Dies ist weitgehend gelungen. Die Ergebnisse der Konferenz wurden von Cillie Rentmeister und mir veröffentlicht:
Spieß, Gesine, Rentmeister, Cillie (Hrsg./eds.) Gender in Lehre und Didaktik. Gender in Teaching and Didactics. Eine europäische Konferenz in Erfurt. A European Conference in Erfurt, Frankfurt am Main. Berlin. Bern. Brüssel. New York. Oxford. Wien, 2003

Forschungskooperation zwischen den Universitäten Erfurt, Jena und der Fachhochschule zum Thema "Politische Karrieren Thüringer Parlamentarier und Parlamentarierinnen" (von 2003 - 2005)

Das vom Thüringer Ministerium für Bildung und Forschung geförderte und von Prof. Dr. Theresa Wobbe (Universität Erfurt) geleitete Forschungsprojekt (Frauenförderung Art.1.4.HWP 2003) war eine Kooperation zwischen der Universität Erfurt, der Fachhochschule Erfurt und der Universität Jena. Ziel war, die ungleiche Geschlechterverteilung von Partizipation, Macht und Ressourcen in Feldern der Politik und Wissenschaft zu untersuchen, denn Frauen verfügen heute zwar formal über die gleichen Partizipationsmöglichkeiten wie Männer, doch bekräftigen die Bedingungen des Zugangs faktisch Mechanismen, die unterschiedliche Karrieredynamiken bewirken. Diese formalen und informalen Mechanismen der politischen oder wissenschaftlichen Karriere wurden auf ihre Gender - Dimension erforscht. Forschungsfragen waren daher u.a., ob und welche Geschlechter- Differenzen im Aufstiegsprozess zu beobachten sind, ob und wie die Praktiken und Regeln in der Kultur von parlamentarischer und wissenschaftlicher Politik "vergeschlechtlicht" (Wetterer 2004) sind. Im Rahmen dieser Fragestellung ist die Gender- Kompetenz von Führungskräften zentral und der Bedarf an Gender Trainings für Führungskräfte offensichtlich.

Handlungsforschung Gendertraining

Um die gefragte Schlüsselkompetenz der Geschlechtersensibilität bei Lehrenden wie Studierenden zu entwickeln, d.h. die Fähigkeit Geschlechterbilder reflektieren zu können und Geschlechtersensibilität einzuüben, müssen Konzepte von Gendertrainings für alle Beteiligten entwickelt werden. Ich habe im Erfahrungsaustausch über Theorie und Praxis von Gender Trainings mit den Hochschulen von Graz, Wien, Linz und Warschau solche Konzepte entwickelt, angewendet und verbessert. Eine von mir vor vier Jahren durchgeführte "Blitzumfrage" bei den Kolleginnen und Kollegen der Hochschule zeigte, wie dringend nötig ein solches Training ist, denn bei den wenigsten wurde der Zusammenhang zwischen Lehre und Geschlecht gesehen. Die Trainings für Lehrende soll dieser "Geschlechterblindheit" begegnen und stehen in einem direkten Bezug zu dem Europäischen Auftrag des Gender Mainstreaming. Ich habe Trainings im Auftrag von Ministerien für Verwaltungsbeamte, für Lehrende anderer Hochschulen wie für Studierende der eigenen Hochschule (z.T. mit dem Kollegen, Prof. Dr. Hermann Bullinger) durchgeführt. Die Trainings wurden jeweils ausgewertet und konzeptionell verbessert. Zum Thema "Gendertraining" habe ich veröffentlicht.

Projekte: interkultureller und internationaler Studienaustausch

Der Fachaustausch, der aus dem im Jahr 2000 unternommenen Forschungsreise nach Osteuropa, konkret zu den Universitäten St. Petersburg, Posen, Warschau, Krakau, Prag, Brunn und Wien resultiert, hält bis heute an, ist aber mit den Universitäten in Wien, Graz, Linz besonders ergiebig. Für die Universität Graz habe ich eine Materialsammlung zur "Gendersensibilität in der Lehre" erstellt, die jetzt in das Netz gestellt und noch im Jahr 2006 veröffentlicht wird. Mit der Universität Wien kooperiere ich in der Erstellung von Modulen für einen MA Studiengang "Gender Studies", die ich z.T. mit Prof. Dr. Bozena Chuluj ( Universität Warschau) durchführe.

Ein außergewöhnlich interessanter, interkultureller Studienaustausch findet zwischen der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Sozialwesen, und der Universität Jamia Millia Islamia, Department of Social Work in Delhi (Indien) statt. Der damalige Rektor der Fachhochschule, Wolf Wagner, vereinbarte 1998 mit seinem Kollegen der Universität JAMIA MILLIA ISLAMIA das "Memorandum of Understanding", und im Jahr 2001 wurde ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. An der konkreten Umsetzung der Hochschulpartnerschaft bin ich beteiligt. Auch wurde die Rektoreninitiative von den Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit aufgegriffen, so dass bereits im Jahr 2004 die erste Exkursion- maßgeblich von den Studierenden organisiert - nach Indien stattfand; er wurde vom Deutschen akademischen Austauschdienst unterstützt, wie die darauf folgenden Exkursionen auch. Die indischen Studierenden besuchten Erfurt 2004, darauf folgte die Exkursion der ErfurterInnen nach New Delhi 2006. Der nächste Austausch findet 2007 statt. Das Interesse der Studierenden ist groß, obwohl jeder Austausch einen hohen persönlichen Einsatz fordert und die Ziele des Austauschs anspruchsvoll sind.

Forschungsreise 2009 im Auftrag der GTZ

Forschungsreise im Auftrag der GTZ Gesellschaft für technische Zusammenarbeit zur Förderung der Chancengleichheit durch Solarenergie und Energie durch Wasserkraft 2009
Forschungsauftrag: eine Genderbezogene Analyse, sowie Empfehlungen im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit beim Energievorhaben in Äthiopien (Access to Modern Energy Servces Ethiopia – AMES –ES) zu erarbeiten. Zeitraum 21.11. bis 5.12.09


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